Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in Herzogenaurach vor der Marienkapelle wurden in diesem Jahr musikalisch vom Liederkranz unter Gerald Fink sowie von der Bläserphilharmonie der Stadtjugendkapelle unter dem Dirigat von Norbert Engelmann umrahmt.

Außerdem nahmen Fahnenabordnungen der Kolpingsfamilie Herzogenaurach, der Feuerwehr, des VdK und der Kriegsheimkehrer (VdH) und der Landsmannschaft Schlesien teil. Anwesend waren Seelsorgebereichsräte und Kirchenräte der Herzogenauracher Pfarreien, als Vertreterin der Kommune Zweite Bürgermeister Renate Schroff und Stadträte.

Die kirchliche Gestaltung hatten Kaplan Pater Moison Michael MSFS für die katholische Stadtpfarrei und Pfarrer Oliver Schürrle für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde übernommen.

Gedenktag noch nötig?

Der Vorsitzende des VdK, Karl Heinz Schneider würdigte die Bedeutung des Tages und den uns geschenkten Frieden. Die Anwesenden hätten sich im Namen derer versammelt, die Opfer des Krieges wurden. Denn Krieg bedeute Leid, Tod und Vertreibung.

Schürrle und Moison würdigten das Engagement der Anwesenden. Für viele Bürger stelle sich die Frage, ob dieser Gedenktag noch nötig sei. Da Nationalismus und Populismus an Boden gewinnen würden, gelte es, an das zu erinnern, was geschehen ist. Beide trugen die Fürbitten vor und sprachen gemeinsam mit den Anwesenden das Vaterunser.

Wichtige Erinnerung

Schroff würdigte den Volkstrauertag als wichtige Erinnerung gegen Nationalismus. "Wir, die Friedfertigen sind mehr!", sagte Schroff. Es gelte sich gegen Abgrenzung zu engagieren und den Mut zu haben, zu widersprechen.

Vor 30 Jahren, am 9. Oktober 1989, sei die innerdeutsche Mauer gefallen, erinnerte Schroff weiter. Sie würdigte den Mut der Bürger, die eine friedliche Revolution und die Wiedervereinigung erreicht hatten. Die Europäische Einigung nach 1945 habe zu über 70 Jahren Frieden geführt.

Musik und Kränze

Das Musikstück "Ich hatt' einen Kameraden", das Ludwig Uhland im Jahr 1809, inmitten der Napoleonischen Kriege gedichtet hatte, intonierte die Stadtjugendkapelle. Der Liederkranz trug "Von guten Mächten wunderbar geborgen" vor. Schroff und Schneider für den VdK gedachten mit einer Kranzniederlegung vor den Steinkreuzen für die Opfer der drei großen Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts der Verstorbenen. Als Repräsentantin der Stadt bedankte sich Schroff bei den Anwesenden von VdK, Liederkranz, Stadtjugendkapelle, Feuerwehr, KAB, Kriegsheimkehrer, Schlesiern und Kolping für die Teilnahme an der Feierstunde, bevor sie diese abschloss.