Der Bad Kissinger Theaterring ist seit jeher eine feste Größe im Kulturangebot der Stadt und verzeichnet ca. 300 Abonnenten aus Bad Kissingen und Umgebung. In der Vergangenheit hatte es wegen des unvermeidbaren Zuschussbedarfs jedoch immer wieder Diskussionen seitens der Stadt Bad Kissingen um den Weiterbestand gegeben. Um dem Theaterring Stabilität zu verleihen und der Intendanz eine höhere Planbarkeit zu geben, wurde im Oktober 2018 auf Initiative von Martha Müller und Elisabeth Müller der Freundeskreis Kissinger Theaterring e. V. ins Leben gerufen, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung.

Der Verein hat mittlerweile 70 Mitglieder und erfreute sich bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag eines großen Zuspruchs. Insgesamt fanden sich im Konferenzraum des Neubaus des veterinärmedizinischen Labors Laboklin 27 Personen ein, selbstverständ-lich unter Einhaltung der gültigen Abstands- und Hygieneregeln.

In seinem Bericht wies der Vorstand darauf hin, dass es in der vergangenen Spielsaison 2019/20 sechs Vorstellungen im Kurtheater gegeben habe, bevor Corona, der Lockdown und strikte Hygieneanforderungen im Kurtheater einen Strich durch die Rechnung machten.

Die Mitglieder des Freundeskreises genießen bei allen Aufführungen im Vorfeld eine Ankündigung sowie im Nachgang die Zusendung der Theaterkritik samt eines Bildes.

Plan für neue Spielzeit erstellt

Während der kulturellen Durststrecke habe man, so Elisabeth Müller, in engem Kontakt mit den Verantwortlichen der Stadt Bad Kissingen gestanden, um Details zu klären. Schnell sei dabei auch klar geworden, dass für geraume Zeit aufgrund der vorgeschriebenen Abstandsregeln erst mal keine Vorstellungen im Kurtheater möglich sein würden.

Das Kulturreferat der Stadt und Gerhild Ahnert als Intendantin des Theaterrings steckten den Kopf nicht in den Sand, sondern arbeiteten mit Hochdruck an einer Lösung, so dass Anfang August der Plan für die Spielzeit 2020/21 im "Ausweichquartier" Max-Littmann-Saal im Regentenbau, der 200 Personen Platz bietet, präsentiert wurde.

Neun weitere Vorstellungen

Groß war auch die Freude, als am 5. Oktober mit dem Stück "Othello" nach Monaten eine Theateraufführung stattfand. Weitere neun Vorstellungen sind für die Spielzeit 2020/21 geplant. Die Tücken liegen in der für Theateraufführungen zunächst überhaupt nicht ausgerichteten Bühne des Max-Littmann-Saals im Regentenbau und der geringen Platzzahl für nur 200 Personen aufgrund der Hygienevorschriften.

Thomas Lutz von der Stadt erklärte in einem kurzen Referat die Fallstricke der momentanen Planungen, und Intendantin Gerhild Ahnert ließ einen Blick durchs Schlüsselloch auf das Programm 2021/22 zu. Denn fest steht: Es soll auf jeden Fall weitergehen, hoffentlich mit einer Finanzspritze durch Fördergelder, um die sich Referatsleiter Thomas Lutz bereits bemüht. Der Verein beschloss mehrheitlich eine Erhöhung des Jahresbeitrags auf 30 Euro. Es ist geplant, das Geld für eine Sonderveranstaltung zu verwenden, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.