Vor Kurzem traf sich der Freundeskreis Haßberge-Tricastin zu seiner Mitgliederversammlung im Eltmanner Ratssaal. "Uns liegt sehr viel an der Freundschaft und der Partnerschaft mit Frankreich", sagte Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler. Mit Blick auf die Europawahl betonte er die Bedeutung des "Europäischen Gedankens".

Freundeskreis-Vorsitzender Joachim Friedsam verkündete, dass Vorstandsmitglied Julia Rödel ihren Posten derzeit aus beruflichen Gründen ruhen lasse. Kassier Heinz Bauerfeind berichtete, dass der Verein im vergangenen Jahr rund 686 Euro Gewinn gemacht habe, womit sich das Gesamtvermögen nun auf 12 683 Euro belaufe.

Die Zahl von 116 Mitgliedern konnte gehalten werden. Erstmals kam ein Neumitglied mit Wohnsitz in Frankreich dazu. Joachim Friedsam berichtete, dass die Datenschutzgrundverordnung für den Freundeskreis, ähnlich wie für viele andere Vereine, eine große Herausforderung darstelle. Außerdem berichtete er, dass der Freundeskreis, der sich bisher nur auf der Internetseite des Landkreises präsentiert, nun an einer eigenen Website arbeitet.

Ebern geht in die Normandie

Kurt Sieber berichtete, dass das Gymnasium in Ebern einen neuen Schüleraustausch mit Frankreich anstrebe. Im Gegensatz zu anderen Schulen im Landkreis Haßberge, die einen Austausch mit Schulen in der südfranzösischen Partnerregion Tricastin pflegen, haben die Eberner nun eine Schule in der Normandie gefunden, mit der sie eine Partnerschaft anstreben.

Neben Schüleraustauschen und gegenseitigen Besuchen von Delegationen hatte es 2018 unter anderem eine Musikantenwallfahrt der Haßfurter Blaskapelle mit einem Konzert in Haßfurts Partnerstadt Pierrelatte gegeben. Auch die Präsenz der französischen Partnerregion auf dem Haßfurter Straßenfest war diesmal größer als bisher: Statt eines Standes mit französischen Produkten gab es 2018 ein "Französisches Dorf" auf dem Pierrelatte-Platz in Haßfurt.

Kolonat Wickles, Auszubildender der Eltmanner Stadtverwaltung hatte im Oktober 2018 die Gelegenheit zu einem Praktikum im Rathaus der tricastinischen Stadt Saint-Paul-Trois-Châteaux genutzt. Am 22. Januar, dem Deutsch-Französischen Tag, hat der Freundeskreis im Zeiler Kino den französischen Film "Transit" gezeigt.

Bei einem vom Verein in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule organisierten Vortrag in der benachbarten Eltmanner Stadthalle las nach der Jahresversammlung Thomas Bauer aus seinem Buch "Frankreich erfahren". Er selbst nennt sich "Buchautor, Journalist und Weltenbummler". Der Autor war von La Rochelle an der Atlantikküste mit einem alten französischen Postrad zu einer mehrwöchigen Tour durch ganz Frankreich aufgebrochen, bis er wieder in La Rochelle ankam. Er berichtete von interessanten Begegnungen, lustigen Erlebnissen, den Vorurteilen, die Nord- und Südfranzosen übereinander haben, und Regengüssen, die ihm das Leben schwer machten. Eine Erkenntnis seiner Reise: Würde er die gleiche Tour noch einmal machen, dann würde er das Land nicht mehr gegen, sondern im Uhrzeigersinn umrunden - dann hätte er sicher weniger Gegenwind. Gerade mit dem Mistral hatte er im Süden des Landes zu kämpfen.

Unterbrochen wurde die unterhaltsame Lesung, zu der rund 80 Besucher gekommen waren, durch musikalische Einlagen, denn Autor Thomas Bauer ist auch Musiker. Er sang zwischendurch französische Lieder, begleitet von "bTina Raithel" und Bärbel Meyer. ps