Strössendorf — Caspar Philipp Pfannenstiel: ein Name, der - ob man will oder nicht - erst einmal schmunzeln lässt. Doch der Mann, der dahinter steht, ist als bedeutende Persönlichkeit in die Geschichte Strössendorfs eingegangen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ortschaften im Obermaintal, wo Luthers Lehre Fuß gefasst hatte, konnte sich Strössendorf der Gegenreformation widersetzen, sodass es schon bald zu einem "Hort der Reformation" für das gesamte Umland wurde. 1616 nahm man den Umbau der um das Jahr 1400 errichteten Kapelle Sankt Katharina in Angriff. Eine Kirche wollten die Strössendorfer daraus machen.
Während die Strössendorfer ihr Gotteshaus erweiterten, gewannen die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Europa mehr und mehr an Schärfe, was schließlich 1618 zum Ausbruch des 30-Jährigen Krieges führte. Auch das Pfarrdorf am Obermain bekam dessen Härte zu spüren. 1629 wurde den Strössendorfern ihre Kirche gewaltsam weggenommen. Sieben Jahre später plünderten Katholiken das Gotteshaus. Alles, was zur Abhaltung von Gottesdiensten benötigt wurde, schleppten die Weismainer davon. Sogar die neuen Glocken holten die Jurastädter vom Turm. Als der große Glaubenskrieg 1648 mit dem Westfälischen Frieden endete und die Menschen sich von dessen Schrecken erholt hatten, begann der langsame Wiederauf-bau der evangelischen Gemeinde in Strössendorf und die Wiederinstandsetzung der Kirche. Hier taucht in der Kirchengeschichte des Pfarrdorfs erstmals der Name von Caspar Philipp Pfannenstiel auf. Der Ministeriale war oft im Strössendorfer Schloss zu Gast und deshalb auch mit der protestantischen Gemeinde eng verbunden. Mit Rat und Tat stand er den Lu-theranern zur Seite. Auch finanzielle Opfer scheute Pfannenstiel nicht. So stiftete er für die Kirche unter anderem einen Taufstein in Form eines knienden Engels, der mit beiden Händen das Taufbecken hält. Seit 319 Jahren ziert der kunstvolle Taufengel nun schon den Altarraum des Gotteshauses. Die vielen Kinder, die hier den Segen Gottes empfingen, lassen sich nicht zählen. Aus dem Jahr 1728 stammt die ebenfalls von Pfannenstiel gestiftete und aus Zinn gefertigte Taufschale. Mit beträchtlichen Geldbeträgen ermöglichte der Ministeriale außerdem die komplette Neueinrichtung der Kirche und die Instandsetzung des Pfarrhauses.
Was dem evangelischen Gotteshaus jetzt noch fehlte, war eine Sakristei. Caspar Philipp Pfannenstiel hatte auch für diesen Wunsch der Gläubigen ein offenes Ohr und übernahm die kompletten Bau- und Einrichtungskosten. Ein Bild des Ministerialen in "seiner" Sakristei und das in Stein gemeißelte Familienwappen der Pfannenstiels im Kirchenschiff erinnern noch heute an den großen Freund, Gönner und Förderer der Strössendorfer Kirchengemeinde. bkl