Coburg — Der Marktplatz in Coburg ist voll gestellt mit Bierbänken. Eine Bühne ist direkt vor dem Rathaus aufgebaut, die Sonnenschirme sieht man schon von Weitem. Die haben jedoch erst einmal eine andere Aufgabe: Es regnete am gestrigen Freitagvormittag, und so halten die Schirme Coburgs erste Klöß-Esser die Köpfe trocken - oder die Klöße. Mit dem Glockenschlag um 11 Uhr ertönt pünktlichst Musik über den Marktplatz, bevor ein paar Minuten später Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) den Coburger Klößmarkt offiziell eröffnet.
Traditionell beginnt dieser mit der feierlichen Eröffnung und dem Bieranstich durch den Oberbürgermeister - dieses Jahr bereits zum zehnten Mal. Das kleine Jubiläum beginnt jedoch etwas verhalten. Daran ist wohl hauptsächlich der Regen über der Vestestadt Schuld. "Die Zahl der Besucher ist noch überschaubar, aber ich habe soeben geschaut: Das Wetter soll besser werden", sagt Tessmer. Seine Erklärung für das Wetter: "Gott weint Freudentränen, weil der Klößmarkt zum zehnten Mal stattfindet."
Seit 2006 gibt es nun den Klößmarkt. "Seither hat er sich als feste Größe in unseren Veranstaltungen integriert und ist über Coburgs Grenzen hinaus bekannt", sagt Tessmer.
Das kann Hedwig Schneiders durchaus bestätigen. Aus Düsseldorf kommt sie und sitzt mit ihren beiden Freundinnen auf dem Marktplatz. "Ich komme jedes Jahr nach Coburg - weil's hier so schön ist", sagt Schneiders. Auf dem Klößmarkt sind die drei aber zum ersten Mal. Für "toll" werden die Coburger Klöße befunden.
"Wir haben soeben gesagt, dass wir nächstes Jahr wieder kommen", sagt ihre Freundin Marianne Nasser aus Untermerzbach.
Auch Albin Dietzel hat es sich nicht nehmen lassen, Coburgs Spezialität zu genießen. Er ist Coburger und somit auch Stammgast auf dem Klößmarkt. "Besser kann man's zu Hause auch nicht machen", meint er. Das verregnete Wetter mache ihm dabei nichts aus. "Das Wetter ist doch schön. So empfindlich bin ich nicht", sagt er.
Das Anzapfen bereitete Tessmer dieses Jahr keine Probleme. "Ich habe mich gebessert seit letztem Jahr", lobt sich Tessmer. Und er hat nicht übertrieben: Bereits nach dem ersten Schlag ertönt sein "O'zapft is" über den Marktplatz. Nur eine Bitte hat der Oberbürgermeister, und die richtet sich vor allem an die Einheimischen: "Wenn jemand nach Knödeln fragt, verbessern Sie ihn bitte sofort - wir in Coburg haben Klöße." mo