- Für den HSC 2000 Coburg und für den oberfränkischen Handball beginnt eine neue Ära. Unter dem Motto "Gemeinsam" werden die Coburger als erstes oberfränkisches Handballteam in der DKB Handball-Bundesliga um Punkte spielen.
Erster Gegner ist am Sonntag, Anwurf ist um 17.15 Uhr in der Rothenbach-Halle in Kassel, mit MT Melsungen ein Team, das zwei "Exil-Oberfranken" beheimatet: Das Zwillingsbrüderpaar Philipp und Michael Müller, bis 2006 für HaSpo Bayreuth aktiv.
Von denen sagt MT-Trainer Michael Roth, dass sie "Eckpfeiler" seiner Mannschaft sind. Michael Müller wird in der neuen Saison sein Team als Kapitän aufs Spielfeld führen.
Auch HSC-Trainer Jan Gorr ist voll des Lobes für den Ex-Bayreuther: "Er ist ein physisch wahnsinnig starker Spieler, spielt in der Deckung sehr körperbetont und aggressiv."
Auch die Melsunger Turngemeinde hat erst vor kurzem gegen die HSG Wetzlar verloren, mit 17:24 in einem internationalen Turnier in Niedersachsen. Das aber bringt den HSC 2000 Coburg, den Wetzlarern vergangene Woche im Pokal klar unterlegen, noch lange nicht auf Augenhöhe mit dem letztjährigen Tabellenvierten.
Sicher ist sich Jan Gorr: "Für mich gehört Melsungen zu den Top-Sechs-Adressen im deutschen Handball, ein Gegner auf extrem hohem Niveau."
Aber es wird am Sonntag darauf ankommen, wie der HSC die nach Gorr "massive und körperlich stärkste Abwehrreihe der Liga" knacken kann. "Wir müssen Schlupflöcher finden und Tore über den Gegenstoß machen." Und Fehler im eigenen Angriff vermeiden. Denn sonst ist Europameister Johannes Sellin, der in den beiden Pokalspielen am vergangenen Wochenende 20 Tore erzielt hat, auf der rechten Außenbahn auf und davon. Der Gastgeber ist gleich ein großer Fisch, auf den der HSC 2000 trifft. Zum Fische angeln kam Hobbyangler Jan Gorr auch in der Spielpause nicht, deswegen soll seine Mannschaft ab Sonntag wenigstens Punkte für den Klassenerhalt angeln.


Billek ist zwei Spiele gesperrt

Doch vor der Auftaktpartie fällt ein dicker Wermutstropfen. Verzichten muss Coburg nicht nur da sondern auch gegen den Meister auf Rechtsaußen Florian Billek. Der sah im Pokalspiel gegen Wetzlar die blaue Karte und wurde für zwei Spiele gesperrt. Bitter für ihn, aber auch bitter für das HSC-Team, dass von seinen Emotionen, seiner Art Handball zu spielen, profitiert.
"Das muss die Mannschaft nun gemeinsam kompensieren", rüttelt Gorr auf, der ja sowieso auf den Teamgedanken setzt.
Zudem hat der Langzeitverletzte Philipp Barsties eine erneute Verletzung erlitten. Jan Gorr: "Es handelt sich um eine knöcherne Absplitterung am Sprunggelenk. Das bedeutet erst einmal 14 Tage Pause, aber wenigstens nicht Schlimmeres."


Barties der Pechvogel

Der abwehrstarke Barsties ist damit erneut der Pechvogel und beim HSC so etwas wie Holger Badstuber beim FC Bayern München im Fußball. Damit stellt sich das Team von Gorr quasi von alleine auf. Keine optimalen Startvoraussetzungen gegen einen Gegner, der in der nächsten Saison noch stärker wird.
Dann kommt Europameister und Olympiabronzegewinner Tobias Reichmann auf der Rechtsaußenposition vom amtierenden polnischen Champions League-Sieger Kielce nach Hessen zur MT. Etwas Einzigartiges erleben, etwas das es in der Form nicht mehr geben wird. Das wird für die HSC-Fans in den kommenden Tagen Wirklichkeit. Erst das allererste Spiel in der stärksten Liga der Welt und dann die Heimpremiere ausgerechnet gegen den amtierenden deutschen Meister. Und ab sofort heißt es für alle: Daumendrücken und mitfiebern - am Mittwoch in der Halle oder vor dem Fernseher wenn die Rhein-Neckar Löwen kommen.
Gerade beim extrem kompakten HSC-Auftaktprogramm mit vier Spielen innerhalb von 14 Tagen. Nach dem Spiel gegen den Meister geht es es zum Altmeister VfL Gummersbach, dann kommt die SC DHfK Leipzig nach Coburg.