Ilse Stubenrauch ist eine waschechte Königsbergerin und konnte am Sonntag ihren 95. Geburtstag feiern.

Am 13. September 1925 erblickte sie in der Oberen Mühle in Königsberg als erstes Kind von Alfred und Maria Sinner das Licht der Welt. Zu dieser Zeit floss an der Oberen Mühle noch viel Wasser. Sogar ein Mühlrad wurde damit angetrieben. Dort wuchs sie zusammen mit ihren zwei jüngeren Brüdern Fritz und Hans auf.

In ihrer Heimatstadt besuchte sie zunächst die Volksschule und anschließend die Berufsschule für Hauswirtschaft in Haßfurt. Einen Beruf konnte sie nicht erlernen. Sie musste in der elterlichen Landwirtschaft mithelfen, da der Vater als Soldat nicht zu Hause war.

1948 heiratete Ilse Sinner in Königsberg Oskar Stubenrauch, mit dem sie schon gemeinsam die Schule besucht hatte und der sich 1965 entschloss, das Studium der Pädagogik aufzunehmen, und später auch viele Jahre an der Schule in Königsberg als Lehrer unterrichtete. In all den Jahren war Ilse ihrem Oskar, der auch der Schlossberggemeinde Königsberg jahrelang als Burgvogt vorstand, eine treu sorgende Ehefrau. Zwei Söhne, Bernd und Erich, gingen aus der Ehe hervor.

Bernd Stubenrauch war viele Jahre Rektor der Volksschule in Schondra, Erich Stubenrauch zwölf Jahre lang Bürgermeister der Stadt Königsberg. Mit ihrem Mann Oskar konnte Ilse Stubenrauch 1998 goldene und 2008 diamantene Hochzeit feiern.

Keine Langeweile

2010 starb ihr Mann Oskar plötzlich. Seitdem lebt sie allein in ihrem Haus am Roßmarkt, wo sie sich nicht nur selbst versorgt, sondern auch für ihre Familie kocht und bäckt. Ihr wird es bei der großen Verwandtschaft, von der sie ständig zu Feierlichkeiten eingeladen wird, nie langweilig. Ilse Stubenrauch feiert gerne und tat dies auch an ihrem 95. Geburtstag am Sonntag.

Ihre Fitness bewahrte sie sich bis vor einem Jahr, indem sie noch viel zum Schwimmen in das Königsberger Hallenbad ging. Immer noch kümmert sie sich sehr um ihren Garten, der für sie einen Ausgleich bedeutet. "Der Garten ist mein Lebenselexier", meint sie dazu. Täglich schaut sie nach, ob alles in Ordnung ist, und gießt den Garten auch noch selbst, damit alles blüht und gedeiht.

Nur mit dem Laufen klappt es auf langen Strecken nicht mehr so gut. Dazu hat sie aber ein E-Mobil. Damit ist sie des Öfteren in ihrer Stadt zum Einkaufen, zum Friedhof und für Verwandtenbesuche unterwegs.

Neben der großen Verwandtschaft, darunter zwei Enkel und drei Urenkel, über die sich Ilse besonders freut, gratulierten viele Bekannte und Freunde der Jubilarin zum 95. Geburtstag. Es gab sehr viele Glückwünsche.