Der ein oder andere "waschechte Franke" zweifelt meist nicht an seiner Jahrhunderten alten Verwurzelung in der Region. Vielleicht haben er oder sie aber doch etwas Wesentliches mit ihrem Nachbarn aus Niedersachsen oder dem Arbeitskollegen aus Kroatien oder dem Arzt aus Sri Lanka gemein: Vielleicht haben sie auch einen Migrationshintergrund. Denn auch die Franken lebten keineswegs "schon immer" in dem Land, das ihren Namen trägt. Sie sind zugewandert, wie zahllose andere Bevölkerungsgruppen vor ihnen und nach ihnen. Neuankömmlinge haben sich mit den Eingesessenen vermischt - mal rascher, mal langsamer - haben ihr persönliches Erbe eingebracht, haben sprachliche und kulturelle Spuren hinterlassen.
Kulturen wandeln sich durch Migration - und das nicht erst seit ein paar Jahrzehnten. Gerade Franken mit seiner historisch kleinteiligen Struktur ist ein Landstrich, der schon seit 2000 Jahren stark von Wanderungsbewegungen geprägt wurde. Aus ökonomischen, sozialen, religiösen oder politischen Gründen haben Menschen immer wieder ihre Heimat verlassen und in der Fremde einen Neuanfang gewagt und damit wichtige Impulse für Wirtschaft und Kultur gegeben. Kulturen sind keine geschlossenen Einheiten, sondern entstehen durch vielfältige Mischungen, Überlagerungen und Einflüsse. Abgesehen von einem direkten Kulturtransfer etwa durch Pilger, Reisende, Kaufleute, Handwerker oder Künstler, haben Migranten mit ihren Kulturelementen und Fertigkeiten wesentlich zur kulturellen Genese Frankens beigetragen.


Ab Mittwoch

Vom Mittwoch, 27. Juli, bis Freitag, 2. September, ist die Ausstellung "Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer" im Foyer des Rathauses zu sehen. Darauf weist die Stadt Herzogenaurach in einer Pressemitteilung hin.
Die Ausstellung lädt ein zu einem Spaziergang durch 1500 Jahre Migrationsgeschichte in Franken. Sie zeigt, aus welch unterschiedlichen Motiven und Gründen Menschen ihre Heimat verlassen haben, um in Franken eine neue Heimat zu finden. Es wird gezeigt, wie bunt und weltoffen Franken schon immer gewesen ist.
21 Ausstellungstafeln geben einen Überblick über die seit dem Mittelalter bis heute wichtigsten Wanderungsbewegungen nach Franken sowie über deren historische und kulturelle Folgen:


Eintritt frei

Von "Franken und anderen Migranten", "königlichen Gästen", wie zum Beispiel dem bedeutendsten zugewanderten Adelsgeschlecht in Franken, die aus Schwaben stammenden Hohenzollern über "Gastarbeiter" in fränkischen Unternehmen, "eingewanderte Künstler" und "Glaubensflüchtlinge", die in Franken ihre neue Heimat fanden. Der Eintritt ist frei. red