Der Arbeitskreis Fledermaus im Bund Naturschutz Haßberge erfuhr eine besondere Würdigung: Drei aktive Mitglieder wurden, wie der Arbeitskreis mitteilte, für 25 Jahre Einsatz geehrt.
Dieser Tage fand die bayerische Jahrestagung der Fledermaus-Schützer im Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität in München statt. Anlass für das Treffen aller bayerischen Fledermaus-Schützer war das 30-jährige Bestehen der Koordinationsstellen für Fledermausschutz in Erlangen und München. Der Arbeitskreis Fledermaus Haßberge war mit einer starken Truppe vertreten. Der Höhepunkt war die Ehrung langjährig im Fledermausschutz ehrenamtlich tätiger Helfer durch die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. Vom Arbeitskreis Fledermaus Haßberge, der zum Bund Naturschutz im Kreisverband Haßberge gehört, wurden geehrt: Harald Amon, Anton Bäuerlein und Dietmar Will. Sie wurden für mehr als 25 Jahre Einsatz im Fledermausschutz gewürdigt.
Der Arbeitskreis Fledermaus Haßberge setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz von Fledermäusen und ihren Lebensräumen im Landkreis Haßberge ein. Jährlich werden im Winter an mehreren Wochenenden gut 200 Felsenkeller und andere unterirdische Quartiere auf überwinternde Fledermäuse überprüft. Der Zustand der Keller wird überwacht, um rechtzeitig negative Entwicklungen bei den Fledermausbeständen und dem baulichen Zustand der Quartiere zu dokumentieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. So haben die ehrenamtlichen Fledermausschützer in den letzten Jahrzehnten viele Felsenkeller zum Teil in aufwendigen Arbeitseinsätzen saniert und so vor dem Verfall gerettet.


Zählen und reinigen

Im Sommer werden die Wochenstuben des "Großen Mausohrs" in Dachböden von Schlössern und Kirchen gezählt. In diesen Wochenstuben ziehen viele Hundert Fledermausweibchen gemeinsam ihre Jungen auf. Diese Fortpflanzungsquartiere sind deshalb von zentraler Bedeutung für den Fledermausschutz. Die Quartierbesitzer werden bei der Reinigung der Dachböden unterstützt.
Im nördlichen Steigerwald betreuen die Helfer ebenfalls seit mehreren Jahrzehnten viele Hundert Fledermauskästen. Mehrmals jährlich werden die Fledermausvorkommen in den Kästen erfasst, die Kästen einmal im Jahr gereinigt und beschädigte Kästen repariert oder durch neue ersetzt. Die Kästen dienen jedoch nicht nur der Überwachung der Fledermausbestände, sondern sind in vielen Wäldern auch dringend als Ersatz für nicht im ausreichenden Maße vorhandene natürliche Quartiere in Baumhöhlen und Rindenspalten nötig.
Für die Naturschutzbehörden und die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern sind die Mitglieder des Arbeitskreises Fledermaus die fachlichen Ansprechpartner für alle Fragen zum Fledermausschutz im Landkreis Haßberge. Die Zählergebnisse der Bestandskontrollen gehen in die amtliche bayerische Artenschutzdatenbank des Landesamtes für Umwelt ein. Der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft werden die Daten für die Managementplanung der Schutzgebiete bereitgestellt. Bei Sanierungsprojekten an Gebäuden und anderen Fledermausquartieren ist der Sachverstand der Fledermausspezialisten gefragt.
Die Hilfe für verletzte und hilflose Fledermäuse ist eine weitere wichtige Aufgabe, die die Fledermaus-Schützer übernehmen. Sie bitten dringend um die Meldung aller Fledermausfunde. Nur so ist gewährleistet, dass den Tieren schnell geholfen werden kann. red