Laden...
Ebern
stadtpolitik

Freie Wähler fordern neue Überlegungen und Modelle zur Photovoltaik

Viele lokale Themen, die auch in Pandemie-Zeiten die Stadtgesellschaft beschäftigen, wurden beim Monatsstammtisch der Freien Wähler Ebern (FWE) im Garten des Cafés Wagner diskutiert. Neben den Tagesor...
Artikel drucken Artikel einbetten

Viele lokale Themen, die auch in Pandemie-Zeiten die Stadtgesellschaft beschäftigen, wurden beim Monatsstammtisch der Freien Wähler Ebern (FWE) im Garten des Cafés Wagner diskutiert. Neben den Tagesordnungspunkten der Juni-Stadtratssitzung, die von den vier Mitgliedern der Fraktion erklärt wurden, ging es vor allem um Spielplätze, den anvisierten Neubau der Landesbaudirektion sowie Freiflächen-Photovoltaikanlagen, wie die Freie-Wähler-Gruppe mitteilte.

Aus Gesprächen mit vielen jungen Eltern hatte Sven Steffan mehrfach Unmut über die Ausstattung der Kinderspielplätze in der Kernstadt herausgehört. Während die Nutzung der Treffpunkte in Reutersbrunn, Jesserndorf und vor allen Dingen in Unterpreppach durchaus vorbildlich sei, gebe es in Ebern häufig Klagen. Dabei erinnerten die FWE-Vertreter an das Wahlprogramm, worin die Idee eines Mehrgenerationen-Treffs aufgegriffen wurde, bestenfalls sogar mit einer Spielmöglichkeit am Wasser, wozu sich entlang des Angerbachs mehrere Areale anböten.

Frank Klehr verwies dabei auf den Abenteuer-Spielplatz in Rattelsdorf. Was Vorsitzender Thomas Limpert sofort aufgriff und einen Informationsbesuch anregte, der mit einem Abstecher im dortigen Ärztehaus verbunden werden könnte.

Mit Verwunderung berichteten mehrere FWE-Mitglieder über schriftliche Attacken in Sachen Haltung zum Bau der Landesbaudirektion. Bei den Absendern handle es sich, so die FWE, durchwegs um Tarnnamen, weswegen der Schluss naheliege, dass es einen Urheber gebe, der sich trotz mehrfacher Rückmeldungen und Gesprächsangebote aber nicht aus seiner Deckung wage. "Solche Heckenschützen sind für konstruktive Diskussionen wenig hilfreich", fand Philipp Arnold.

Der grundsätzliche Tenor zum Kauf und möglichen Abriss des Gasthofes "Post" war, dass man die Ergebnisse des Architektenwettbewerbes abwarten solle, wobei darauf zu achten sei, eine Lösung anzustreben, die ins Stadtbild passe. Klar wurde dabei, dass die Behörden des Freistaates als Bauherr federführend sein werden.

Ralf Kestel erinnerte an die Aussage von CSU-Innenminister Joachim Herrmann im Rahmen eines Wahlkampfauftrittes im August 2017, wonach "die Leute gleich erkennen sollen, wenn der Freistaat hier in Ebern mit einer Behörde vertreten ist".

Ein Gastzuhörer machte seine grundsätzlichen Bedenken ge-gen einen Abriss von Gaststätte und Markt deutlich und warf auch die Stellplatz-/Parkplatzfrage auf.

Walter Ullrich sprach das Thema Photovoltaikanlagen an, die seiner Meinung nach immer mehr das Landschaftsbild verschandeln. Andreas Mölter und Thomas Limpert verwiesen dabei auf die überproportionale Ausweisung in den Gemarkungen Heubach und Eichelberg. Zwar habe sich der Stadtrat noch unter Bürgermeister Robert Herrmann eine Obergrenze selbst auferlegt, die "jedoch schon überschritten wurde", wie Limpert mahnte. Da aktuell zwei neue Anträge vorlägen, werde sich der Stadtrat erneut und grundsätzlich mit dem Thema befassen müssen, ist sich der Dritte Bürgermeister sicher.

Hier werden, sobald das Thema die Stadtratsgremien erneut beschäftigt, eine eingehende Beratung und Suche nach sinnvollen Modellen erforderlich werden. Varianten wie sogenannte Agro-PV-Anlagen (aufgeständerte PV-Anlagen, die darunter noch landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen) und Bürgerbeteiligungsmodelle sind hier ebenso zu diskutieren wie die Nutzung von städtischen Flächen oder vorhandene Dachlandschaften, so der Tenor am gut besuchten Stammtisch. red