Wann kommt das neue Seniorenzentrum nach Ebern? Anlässlich des Frühjahrsvortrags der Frauen-Union (FU) Ebern "Leben im Alter" referierte die Senioren- und Integrationsbeauftragte Isabell Zimmer zum letzten Stadtbericht.

Zum Anfang führte FU-Vorsitzende Simone Berger mit ein paar Stichpunkten ins Thema ein: Sie sprach Angebot für junge und alte Senioren an, die drohende Einsamkeit im Alter und die Neubelebung des Seniorenführers.

Der Bericht der Stadträtin zeigte auf, dass derzeit über 1500 Senioren über 66 Jahren in Ebern und Umgebung leben. Fast 150 Wohnplätze gibt es derzeit in Ebern für behinderte Menschen, über 60 Plätze für Senioren. Die Veranstaltungen für Senioren, wie das Sommerfest im Seniorenheim, die Adventsfeier der Stadt, die Abschiedsfeier der Lebenshilfe und der "Tag der offenen Tür" der Rummelsberger Diakonie wurden gut angenommen. Als positiv wurde die Anpassung der Sprechzeiten des Pflegestützpunktes gewertet. Zu finden sind die Pflegeberater in der Verwaltungsgemeinschaft. Leider wurde der Seniorenführer, der 2013 in großer Schrift gestaltet wurde, kostenbedingt nicht mehr neu aufgelegt. "Die geplante Bürgernetzgemeinschaft ,Bürger helfen Bürger‘ scheint auch nicht aktiv zu laufen", stellte eine Teilnehmerin fest.

Berichtet wurde, dass das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) nicht die freie Stelle der frei gewordenen Arztpraxis übernimmt - man sei mit drei Hausärzte in Ebern überversorgt, hieß es. "Dennoch darf kein Arzt eine notwendige Behandlung ablehnen", beruhigte CSU-Stadtrat Manfred Fausten die Anwesenden. Ziel der Stadt sei es, erläuterte Isabell Zimmer weiter, "barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum in Ebern zu schaffen". Ein besorgtes Mitglied fragte nach dem Stand der Planungen mit Diakonie zum Neubau des Seniorenheimes im Mannlehen. "Wann kommt endlich das neue Seniorenzentrum? Es gibt doch viel Bedarf und Grundstück wäre doch auch verfügbar?" Die anwesenden Stadträte konnten hierzu keinen aktuellen Stand geben, versprachen aber, das Thema erneut im Stadtrat zu hinterfragen. 

Erleichterung im Hallenbad

Weiter zeigten die anwesenden Eberner Unverständnis darüber, dass man einen kostenlosen Lifta nicht im Hallenbad installieren lässt. Solch eine Einrichtung würde manchen Besuchern den Einstieg in das Wasser leichter machen.

Als positiv wird der kostenlose Bürgerbus, welcher von ansässigen Unternehmen gesponsert wurde und dienstags genutzt werden kann, gesehen. Desweiteren gibt es in der evangelische Gemeinde gemeinsame Kochaktionen und auch die Integrationskrabbelgruppe mit Asylbewerber läuft gut. Die Seniorenleiter bestätigten ebenfalls einen guten Zulauf bei den regelmäßigen Treffen und auch der Besuchsdienst wird weiterhin fortgeführt. Am Ende äußerte die Referentin noch einige Wünsche, die auch die Frauen-Union begrüßt: Anpassung der Schriftgröße im VG-Blatt, Klärung Urnenbestattungen auf Stadtteilfriedhöfen, ein VG-Seniorenleitertreffen 2019, barrierefreie Gestaltung des Anlagenrings und des Rathauses, Anpassung der Tagespflegeplätze nach Bedarf und alternative Wohnraumschaffung für Senioren. Die Wunsch- oder Ideenliste ist lang, aber eines liegt besonders den Mitgliedern der Frauen-Union am meisten am Herzen, wie sich bei der Zusammenkunft zeigte: Aktive Gespräche mit möglichen Kostenträgern und Beauftragung von Akteuren, um mit dem Bau eines Seniorenzentrums oder mit Betreutem Wohnen in Ebern baldmöglichst starten zu können. red