Gertrud Glössner-Möschk

Es waren nicht die typischen Wirtshausschläger, die Anfang der Woche auf der Anklagebank vor Amtsrichterin Nadine Schiffers saßen. "Schon im fortgeschrittenen Alter" seien sie gewesen, formulierte Pressesprecher Richter Peter Neller leicht süffisant auf unsere Anfrage nach dem Ausgang des Prozesses. Vorweg: Er ging glimpflich aus.
Und das war am 16. Mai 2015 geschehen: Drei Männer und eine Frau, die schon eine "Bierwanderung" hinter sich hatten, wollten auf einem Fest in Burgebrach weiterfeiern. Doch um 0.30 Uhr war - bei 1,5 bis 2 Promille Alkohol, die alle vier im Blut hatten - die gute Laune dahin und es kam zum Streit.
Es schubsten sich zwei der Männer, bis der eine zu Boden fiel und von einem anderen Gast wieder in die Höhe gehievt wurde. "Plötzlich und unvermittelt", wie es in der Anklageschrift hieß, schlug dann die Frau einem der Männer einen 0,5 Liter-Steinkrug von hinten auf den Kopf, was zu einem weiteren Prügelexzess zwischen den Bekannten führte.
Selbst nachdem Sicherheitsleute die Streithähne getrennt und vor das Festzelt gebracht hatten, gaben diese keine Ruhe. Die wutentbrannte Frau schlug erneut auf den Mann ein, den sie zuvor mit dem Bierkrug traktiert hatte.
Dieser erlitt eine Schädelprellung und eine Schnittverletzung an der Stirn. Eine Woche lang war er arbeitsunfähig. Ein anderer Beteiligter kam mit Schürfwunden im Gesicht davon.
In der Hauptverhandlung am Amtsgericht wurde das Verfahren gegen die Männer - angeklagt waren sie wegen gefährlicher Körperverletzung - nach Paragraph 153 ohne Auflagen eingestellt.
Auch die Bierkrugschwingerin wurde nicht verurteilt; sie muss aber eine Geldauflage bezahlen.