Kronach — 1350 Kilometer, 16 Stunden Fahrt - rentiert sich so eine lange Strecke für einen Schüleraustausch? Ja! Die Bretagne bietet mit ihren zerklüfteten Küsten einen malerischen Kontrast zu heimischen Mittelgebirgslandschaft. Dies erfuhren 31 Schüler der Maximilian-von-Welsch Realschule und der Siegmund-Loewe-Realschule Kronach, als sie bei ihrem Gegenbesuch in Hennebont, der französischen Partnerstadt von Kronach, zehn Tage in den Gastfamilien verweilten.
Ein abwechslungsreiches Programm führte die Jugendlichen in den ersten Tagen zur Insel Groix und auf die Wildwasser des Blavet-Flusses. Mit regionaltypischen Produkten versorgten sich die Jugendlichen auf dem Wochenmarkt von Hennebont und wurden anschließend vom neugewählten Bürgermeister André Hartereau sogar in deutscher Sprache herzlich begrüßt. Das erste Wochenende in den Gastfamilien nutzten viele zum ausgiebigen Baden im noch kalten Atlantik.

Sprachkenntnisse verbessert

Das Gezeitenkraftwerk von Saint-Malo, das 215 000 Haushalte mit Strom versorgen kann, und die mauerumsäumte Altstadt waren die weitesten Ziele der Tagesausflüge. Neben der sturmumtosten "wilden" Küste der Halbinsel Quibéron beeindruckten die Schüler am folgenden Tag die für die Bretagne so typischen Menhire.
Wie wichtig gute deutsch-französische Beziehungen sind, wurde den Schülern beim Besuch der ehemaligen deutschen U-Boot-Bunker und eines U-Bootes in Lorient klar.
Diese Stadt war im Zweiten Weltkrieg deutscher U-Boot-Atlantikhafen und wurde deswegen von den Alliierten fast vollkommen durch Bomben zerstört. Heute ist Lorient eine moderne Hafenstadt.
Neben vielen Ausflügen durften auch Besuche im Unterricht an der Partnerschule Saint-Félix Kerlois nicht fehlen.
Ganz sicher konnten die Schüler ihre aktiven Französischkenntnisse verbessern und viel mehr über Land und Leute lernen, als in ihren Schulbüchern steht. Der Austausch wurde finanziell unterstützt durch das deutsch-französische Jugendwerk und die Stadt Kronach. red