Der Frankenwald und das Thüringer Schiefergebirge sind nationale Borkenkäfer-Hotspots. Das wurde bei einem Treffen von Forstexperten aus drei Bundesländern deutlich. Das Ausmaß des Absterbens ganzer Waldgebiete hat in weiten Teilen der Landkreise Kronach und Sonneberg eine historische Dimension erreicht. Und auch in den Landkreisen Kulmbach und Saalfeld sind die Auswirkungen

noch spürbar. Nur im hessischen Sauerland oder im Harz ist die Lage ebenso dramatisch.

Ausgelöst wurde die schwierige Situation durch die Trockenjahre 2018, 2019 und 2020, die die Fichtenwälder in der Region geschwächt haben und zu einer extremen Vermehrung des Borkenkäfers führten.

Riesige Kahlflächen

Andreas Hahn, Abteilungsleiter Waldschutz der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, und Michael Schmidt, Bereichsleiter Forst des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach, führten die bayerische Delegation an. Ziel der Veranstaltung war es, die verschiedenen Borkenkäferüberwachungssysteme zu vereinheitlichen und den Informationsaustausch zu verbessern.

Angesprochen wurde auch die Wiederbewaldung der riesigen Kahlflächen. Roland Kaiser vom staatlichen Forstamt in Sonneberg musste in den letzten zwei Jahren jeweils etwa 550 000 Festmeter Borkenkäferholz einschlagen lassen. Größere Teile seines Forstbetriebs sind nun vollständig fichtenfrei. Insbesondere die großen Kahlflächen auf thüringischer Seite, nur sieben Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, schockierten die Teilnehmer sichtlich. "Dass ganze Berghänge absterben, kennen wir mittlerweile auch bei uns. Dass es dazu noch eine Steigerung gibt, ist mir jetzt erst klar geworden. Wir brauchen eine Trendumkehr, und zwar jetzt", so Schmidt.

Hoffnung machten die Schilderungen einiger Förster. So konnte in Thüringen die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers mittlerweile etwas eingedämmt werden. Dafür waren aber erhebliche Anstrengungen erforderlich. Aus ganz Deutschland, Österreich und Tschechien sind Forstunternehmer pausenlos im Einsatz und fällen die vom Borkenkäfer befallenen Fichten. Teilweise wird das Holz auch direkt im Wald in hunderte von Schiffscontainer verladen und nach China verschifft.

Kalter Winter hat geholfen

Sächsische Borkenkäferexperten berichteten zudem, dass die tiefen Wintertemperaturen dem Schädling ziemlich zugesetzt haben. Auch die frostigen Aprilnächte hätten zu einer kleinen Verschnaufpause geführt. "Die Vorzeichen sind etwas besser. Jetzt gilt es die Chance, die uns die kühle Witterung bietet, auch zu nutzen. Erwischen die Waldbesitzer die erste Schwärmwelle, dann haben wir viel erreicht", appelliert Schmidt abschließend. red