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Ebern
Vortrag

Franken ist ein Hotspot im Klimawandel - der Garten sollte darauf ausgerichtet werden

"Gartenschätze trotz Klimakrise" lautete der Titel des Vortrags beim Ortsverband der Grünen in Ebern. Claudia Kühnel aus Ebern sagte, dass der Klimawandel auch in den fränkischen Hausgärten bereits de...
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"Gartenschätze trotz Klimakrise" lautete der Titel des Vortrags beim Ortsverband der Grünen in Ebern. Claudia Kühnel aus Ebern sagte, dass der Klimawandel auch in den fränkischen Hausgärten bereits deutlich spürbar sei. Bemerkbar mache sich dies vor allem durch einen erhöhten Wasserverbrauch, damit die Pflanzen erntereif werden können. Franken sei ein Hotspot im Klimawandel, und dies bedeute, dass in der hiesigen Gegend bereits in den beiden vergangenen Jahren klimatische Verhältnisse geherrscht hätten, wie sie zum Beispiel im regenreicheren Oberbayern erst in einigen Jahren spürbar würden.

Das Niederschlagsdefizit beträgt in Franken laut Kühnel derzeit rund 1000 Millimeter. Dadurch fehle die notwendige Bodenfeuchtigkeit im unteren Wurzelbereich. Aktuell - im Februar 2020 - sehe es oben feucht aus. Die Situation sei aber dramatisch, da von unten keine Feuchtigkeit nachkomme.

Um den Pflanzen genügend Feuchtigkeit zukommen zu lassen, sei daher eine erhöhte Wassergabe notwendig. Die Referentin appellierte an die Anwesenden, dafür nur in Zisternen oder Tonnen gesammeltes Regenwasser zu verwenden. Die Nutzung von Trinkwasser zum Rasensprengen hält sie für äußerst bedenklich.

Sie gab Tipps, um Wasser beim Gießen zu sparen. Die Weisheit älterer Gartennutzer setze auf Mulchen mit Rasenschnitt oder Gemüseernteabfällen sowie auf Hacken, das so viel wert sei wie dreimal Gießen.

Weitere Maßnahmen, um den eigenen Garten klimafreundlich zu nutzen, seien die Herstellung und Gabe von Kompost auf die Beete. Kompost ist laut Kühnel das Gold des Gärtners in einem klimagebeutelten Naturgarten.

Die Agraringenieurin gab Tipps zu einzelnen Pflanzen, inwieweit diese in Zukunft noch erhalten werden können. Neben den Wassergaben brauchen laut Referentin alle Flachwurzler wie etwa Hortensien oder Rittersporn einen schattigen Platz oder müssen beschattet werden. Unter einer Beschattung sei es zwei bis drei Grad kühler; es träten weniger Hitzeschäden auf.

Ökologisch bewirtschaftete Hausgärten mit Bäumen wirkten sich auch positiv auf das Klima in einer Stadt aus. Bäume seien richtige Kühlaggregate. Allerdings hätten verschiedene Baumarten wie die Linden Probleme mit der fehlenden morgendlichen Luftfeuchtigkeit. Dagegen hätten Tiefwurzler gute Chancen, sagte die Expertin.

Ein wichtiger Aspekt für ein zukünftig gutes Klima zum Leben in einer Stadt ist laut Claudia Kühnel eine Verringerung der Versiegelung der Böden. red