Fotografien sind meistens flüchtige Schnappschüsse, Momente im Leben der Fotografen und schöne Erinnerungen an einzigartige Landschaften oder tolle Erlebnisse. Oft sind Fotografien Zufallsprodukte, die dadurch entstehen, dass der Fotograf im richtigen Moment am richtigen Ort ist. Doch mit solchen Banalitäten hat Martin Rehms Fotokunst nichts zu tun. Seine Werke machen unsichtbare Dinge sichtbar. Martin Rehm arrangiert und konzipiert Bildaussagen, die beeindrucken. Selbst abstrakte Gedanken kann er in seinen Fotografien einfangen.

Bürgermeister Frank Wilzok war vor allem von den Exponaten aus der Serie Menschenrechte beeindruckt.

Martin Rehm brauchte nicht viel: nur eine ausgewogene Waage. Auf einer Waagschale liegt eine Bibel, auf der anderen ein arabisches Kopftuch. "Religionsfreiheit" nennt der Künstler das Werk, das auf glänzendem Alu-Dibond ein echter Hingucker ist.

"Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht schließt die Freiheit, seine eigene Religion oder Weltanschauung zu wechseln, mit ein", sagt der Künstler und betont, dass er die Waagschale absichtlich ausgewogen positioniert hat. Denn so sollte die Realität sein - ausgewogen, gleichberechtigt.

Die Menschenrechtsserie ist allerdings nur ein Bestandteil der beindruckenden Ausstellung, die derzeit in der Galerie von Marion Kotyba zu sehen ist.

Martin Rehm, der kreatives Management und Kommunikationsdesign studiert hat, und heute Fotograf mit eigenem Atelier ist, präsentiert in der Kulmbacher Galerie im Oberhacken sein persönliches Lieblingsbild: "Die Trooper Mama ist wohl mein bekanntestes Bild. Ich greife das Star-Wars-Phänomen auf und möchte das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern darstellen - in der nächsten Generation", erklärt Rehm selbst.

Martin Rehm hat bekannte Künstler in neue Kontexte gestellt, präsentiert Aktfotos im Stile der alten Malerei.

Und auch Werke aus seinem Zyklus "Playrooms" zeigt Martin Rehm. Bei diesem Zyklus hat er Menschen, splitterfasernackt in einen ein mal ein Meter breiten Würfel gesetzt. Die Modelle sollten selbst posen und sich in Szene setzen. "Mein Ziel war es, die Menschen auf das Wesentliche zu reduzieren", sagt Rehm.

Martin Rehm, erläuterte Galeristin Marion Kotyba, kommt aus Kronach und lebte lange in Nürnberg. Rehm lehne sich an weltberühmte Fotografen an und habe schon viele Preise vorzuweisen.

Der Künstler selbst freute sich über den riesigen Zuspruch auf die Vernissage und erklärte: "Ich bin froh, dass wir jetzt doch noch die Chance hatten, eine Vernissage zu veranstalten. Denn die Bilder wollen ja auch gesehen werden."