Wie bei den anderen Bürgerversammlungen der Marktgemeinde referierte Bürgermeister Claus Schwarzmann zu Beginn des Treffens für Drügendorf, Götzendorf und Tiefenstürmig über die Pläne der Marktgemeinde in den kommenden vier Jahren. Für rund zwölf Millionen Euro soll beispielsweise das Sportgelände in Eggolsheim saniert werden, so dass es sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport wieder zur Verfügung steht.

Kindergarten, Wasserzweckverband, Abwasserzweckverband, die für dreißig Jahre gesicherten Verträge der „Arche“ als Mieter des Lindner-Gebäudes, der Bürgermeister zählt einiges auf. Auch bei der Energiewende möchte die Marktgemeinde selbst mitmischen: „Da kommt einiges auf uns zu“, ist sich Schwarzmann sicher.

Das Thema Windkraft beherrschte dann die Diskussion. Gerade aus Götzendorf und Tiefenstürmig waren die Proteste gegen die Nutzung der Windkraft so deutlich, das in Konsequenz die Marktgemeinderate die Errichtung der Windräder abgelehnt hatte.

Doch die Nachbarkommunen bauen Windräder , so Schwarzmann, der darauf hinwies, dass der Gemeinde nach ihrer Absage auch 200 000 Euro an Einnahmen fehlen. Steigen die Preise weiter, könnte dieser Betrag in Zukunft noch höher ausfallen. „ Windkraft wird immer wirtschaftlicher“, so Schwarzmann. Wenn Bayern sich aus regenerativen Quellen versorgen muss, werde jeder mögliche Standort geprüft, ist sich der Bürgermeister sicher: „Das wird nicht an uns vorbeigehen!“

Alle stehen in der Verantwortung

Daher sollen für Eggolsheim ein sogenannter Energieentwicklungsplan aufgestellt und mögliche Standorte diskutiert werden. Schließlich trügen in puncto Klimaschutz und Energiewende alle Einwohner eine Verantwortung für die nächste Generation und das Gemeinwohl .

In der Bürgerversammlung von Eggolsheim selbst hatte ein Bürger bedauert, dass die Entscheidung gegen die Windkraft so schnell gefallen war, dass ihm keine Möglichkeit zur Beteiligung oder gar Mitsprache blieb.

Die Initiative der Windkraftgegner wiederum meinte, dass das „Thema Windkraft beendet“ sei, es aber trotzdem immer wieder aufgegriffen werde.

Die Politik in Bayern habe sich seit September radikal verändert, meinte Schwarzmann. So sollten nach den Vorstellungen des Ministerpräsidenten zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft reserviert werden: „Das kann dann keiner mehr ablehnen“, und als verantwortungsvoller Bürgermeister müsse er das kommunizieren, so Schwarzmann.

Ein Zuhörer bedauerte die Ablehnung der Windkraft ebenfalls: Nur wenige Bürger aus Eggolsheim hätten das entschieden, aber viele würden davon beeinflusst.

„Weil ich Ruhe haben wollte, bin ich in den kleinen Ort gezogen“, begründete ein Windkraftgegner seine Entscheidung. Er habe eine Riesenangst um seine Kinder : „Das macht uns kaputt“, argumentierte er und wies darauf hin, dass anderswo Menschen aufgrund der Belastung durch die Windkraft im Keller schliefen.