Coole Städte durch Stadtbäume und Gebäudegrün – wie lässt sich die sommerliche Überhitzung unserer Städte im Zuge des Klimawandels stoppen? Im Rahmen des Projekts „Stadt-Klima-Wandel 2021“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz , Kreisgruppe Forchheim , nahm Professor Stephan Pauleit, TU München , kürzlich in einem Webinar Stellung.

Am Beispiel der Temperaturdaten in der Landeshauptstadt München wird die Tendenz der kontinuierlichen sommerlichen Erwärmung mit all ihren Folgen für Menschen deutlich. Die deutliche Erhöhung von Hitzetagen (mehr als 30° C) ist auf einen Großteil unserer Städte übertragbar.

Als eine Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird die Anlage von mehr Stadtgrün in Form von Bäumen , Fassaden- und Dachbegrünung gesehen. Der Referent stellte die Ergebnisse einer Verbundstudie anhand von Siedlungstypen in München und Würzburg vor.

Die tatsächlichen und die gefühlten sommerlichen Temperaturen lassen sich durch ein Mehr von Stadtgrün deutlich reduzieren. Dieses wirkt durch Verdunstung und Beschattung kühlend auf die Umgebung, in der sich die Menschen bewegen. Ergänzend sind die lokalen Luftströme dafür zu nutzen, die Tageshitze nachts abzuleiten und kühle Luft zuzuführen.

Die klimatische Leistung eines 80-jährigen Stadtbaums wurde jener eines 20-jährigen Baumes gegenübergestellt. Sowohl die Kühlleistung durch die Verdunstung als auch die kühlende Beschattungsfläche beträgt beim Altbaum ein Vielfaches im Vergleich zum Jungbaum. Das bedeutet, dass eine gleichbleibende Leistung durch eine Ersatzpflanzung mit Jungbäumen nicht 1:1 zu leisten ist. Andererseits müssen die alten Stadtbäume als wichtige Klimaregulatoren eine erhöhte Wertigkeit bei der Stadtplanung erhalten.

Mehr Grün muss auch gepflegt und versorgt werden. Ein Thema, das an den Gedanken anknüpft, das nutzbare Niederschlagswasser möglichst nicht durch den Kanal abzuleiten, sondern in weit größerem Maße als aktuell zur Bewässerung , und damit zur Stadtkühlung zu nutzen. Dafür das Regenwasser möglichst vor Ort versickern zu lassen und möglichst nachhaltig zu nutzen, wird landläufig als das Prinzip der „Schwammstadt“ bezeichnet.

Bäume benötigen ausreichenden Raum zur Entfaltung ihrer Wurzeln, der im Bereich von Straßen aufgrund der verlegten Leitungen oder auch über Tiefgaragen nicht zur Verfügung steht. Generell kann eine zusätzliche Begrünung nur bedeuten, dass der Platz für ruhenden Verkehr verkleinert wird und zukunftsfähige Mobilitätskonzepte in den Städten zur Anwendung kommen.

Bei der Frage der Auswahl der Stadtbäume ist vor dem Hintergrund des Klimawandels verstärkt auf trockenheits- und wärmeertragende Arten zu setzen. Dies bedeutet in gewisser Weise eine Abkehr von der Forderung, nur einheimische Arten zu pflanzen, da diese unter den in Zukunft anzunehmenden Bedingungen in den Städten nicht mehr lebensfähig sind. red