Das Problem des ausufernden Parkens auch auf Privatflächen durch Tagestouristen hat Bürgermeister Marco Trautner (FWW/CSU) in der Sitzung des Marktgemeinderats Wiesenttal aufgegriffen. Für die Kommune stelle sich die Frage, wie man den Ansturm weiter lenken könne.

Die Besucher kämen aus der Region, "nicht aus Eggolsheim und nicht aus Waischenfeld". Campen am Rand von Wegen und Befahren von Feldwegen seien die Knackpunkte. Zum einen werde hierdurch das Benutzen für Landwirte und Anrainer erschwert, zum anderen spiele auch der sensible Untergrund des Juragesteins eine Rolle.

Motoröl im Erdreich

In seinen Klüften sammelt sich das Wasser und tritt schnell, wie aktuell als saisonale Quelle am westlichen Ortsrand von Streitberg, wieder aus. Die Zeit der Filterung ist hierbei nur kurz. Je mehr Fahrzeuge auf ungesicherten Flächen parken, desto größer ist die Gefahr, dass von ihnen Stoffe wie Motoröl ins Erdreich und damit ins Wasser gelangen.

Als Lenkungsmöglichkeit stellte Trautner die Sperrung von Feldwegen und Straßen für motorisierte Fahrzeuge mit Ausnahme für den landwirtschaftlichen Verkehr in den Raum. Die Ratsmitglieder bat er bis zur März-Sitzung um Rückmeldung, welche Wege und Straßen in ihrem Ortsteil oder Wohnbereich besonders vom wilden Parken betroffen seien.

Wohnmobil-Stellplatzkonzept

"Wir wollen keine Einschränkung für die Bevölkerung, nur für diejenigen, die dort nichts zu suchen haben", machte er unmissverständlich klar. Wohnmobilisten verwies er auf das Wohnmobil-Stellplatzkonzept der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) "Fränkische Schweiz aktiv"; dort und auf der eigenen Internetseite weist Wiesenttal auf Stellmöglichkeiten hin. Es handelt sich um reine Stellplätze ohne Sanitäreinrichtungen. "Dadurch hoffen wir, den Druck von unseren Straßenrändern zu nehmen", sagteTrautner.

Über das Vorgehen zur Information über das geplante Kernwegenetz ist Trautner nicht glücklich. "Das Konzept soll nicht über die Köpfe der Leute hinweg entschieden werden", kritisierte er das Vorgehen per Videokonferenz. Er möchte eine Auftaktveranstaltung im Streitberger Bürgerhaus und auch Veranstaltungen in den Ortsteilen .

Wegen der Pandemieeinschränkungen müsse man das ein Stück schieben, aber nicht jetzt das Vorhaben "durchboxen".

Denn das Konzept werde von vielen als eine Art kleine Flurbereinigung betrachtet.

Bauen in Wüstenstein

Das Interesse am Hausbau auch in den Ortsteilen wächst. So stellte die dritte Familie einen Bauantrag für ein Wohnhaus im Baugebiet "Geismark" in Wüstenstein. "Es war einige Jahre verwaist und letztes Jahr schon gab es zwei Anträge", kommentierte Trautner im Bauausschuss.

Sechs Häuser in Neudorf

Für zwei große Grundstücke in Neudorf stellt Wiesental einen Bebauungsplan auf. Das fordert das Landratsamt, weil dort ein Investor sechs Einfamilienhäuser errichten will. "Schön, dass auch hier die Entwicklung weitergeht", sagte Bürgermeister Trautner, der die Größe für den kleinen Ortsteil für angemessen halte.