In einem von Borkenkäferschäden gezeichneten Fichtenwald bei Tiefenstürmig informierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg über den anstehenden Wandel in den Wäldern . Vertreter der Waldbesitzer und der Jägerschaft konnten auf der Waldfläche bei Tiefenstürmig erkennen, dass in dem verlichteten Waldbestand am Boden bereits eine reichliche und gemischte Naturverjüngung aus Buche und Bergahorn sowie einzelnen Eichen und Kirschen vorhanden ist. Das Rehwild bevorzugt jedoch die Mischbaumarten als Leckerbissen vor der Buche. Deshalb ist die aktive Unterstützung durch die Jagd wichtig, damit auch die Mischbaumarten erfolgreich aufwachsen können.

Die letzten drei trocken-heißen Sommer haben den Nadelbäumen in den Wäldern im Landkreis Forchheim stark zugesetzt. Viele Fichtenwälder wurden von Borkenkäfern geschädigt, Kiefernwälder verlichten aufgrund von Trockenschäden. Deshalb mahnt der Behördenleiter des AELF, Hans Schmittnägel, dass die Wiederbewaldung dieser aufgelichteten Waldflächen möglichst durch Naturverjüngung erfolgen soll: „Auf vielen Flächen ist das Potenzial vorhanden, dass sich viele verschiedene Baumarten von selbst ansamen.“ Die Jagd sei dabei ein entscheidender Faktor, damit eine wirklich gemischte Kultur entsteht.

Forstdirektor Michael Kreppel erläutert, dass aufgrund des Klimawandels einschneidende Änderungen auf den Wald zukommen. „Wie wir jetzt schon spüren, hat die Baumart Fichte im gesamten Landkreis Forchheim keine Zukunft.“ Aber auch die Kiefer werde im Klimawandel auf den sandigen Keuperstandorten im westlichen Landkreis zurückgehen. Diese Kiefernwälder haben Kreppel zufolge aber viele kleine Eichenpflanzen in der Verjüngung, die die Kiefern ersetzen können.

Im Jurabereich seien Buchenwälder mit einem hohen Anteil von möglichst vielen Laubbaumarten wie Bergahorn, Spitzahorn, Eiche, Kirsche oder Elsbeere als stabilste Bestockung im Klimawandel anzusehen. Damit diese gemischten Zukunftswälder tatsächlich entstehen können, ist die angepasste Jagdausübung ein entscheidender Schlüssel, so der Forstdirektor. Schließlich bestehe ein gesetzlicher Auftrag, dass die Bejagung die standortgemäße Naturverjüngung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen soll.

Landrat Hermann Ulm sprach sich dafür aus, dass die betroffenen Waldbesitzer und die Jagdpächter möglichst viel miteinander kommunizieren. Nur ein Jäger, der weiß, wo die Schadflächen sind, könne dort auch mit Schwerpunktbejagung eine Wilddichte erreichen, die den Mischwald sprießen lässt.

Hans-Jürgen Dittmann, Vorsitzender der Kreisgruppe Forchheim des Jagdverbands sieht ebenfalls das Problem, das der Klimawandel für die Waldverjüngung mit sich bringt. Er unterstrich, dass die Bejagung die Wiederbestockung der Schadflächen unterstützen müsse.

Waldbesitzer können ihren Pächter mit dem Erwerb von Wildbret unterstützen, warben die AELF-Vertreter. Wildbret sei ein nachhaltiges und naturnahes Lebensmittel, weshalb es begrüßenswert sei, wenn sich auch viele Bürger an den Jäger im Ort wenden und bei ihm Wildbret kaufen.