Vor etwa drei Jahren kaufte die Gemeinde das sogenannte „Krämershaus“, in dem einst Johann Rumpler in der Dorfstraße 16 einen kleinen Lebensmittelladen hatte. Weil das Grundstück inzwischen zu einem zugemüllten Schandfleck in der Ortsmitte geworden war und sich zahlreiche Bürger darüber beschwert hatten. Dazu gehört auch ein Stadel, der hinter dem Krämershaus steht.

Bürgermeister Florian Kraft (FW) schlug nun dem Gemeinderat vor, die Gebäude abzureißen und aus dem dann frei gewordenen Platz eine Art Dorfplatz mit Parkplätzen zu machen. Parkplätze würden in der Ortsmitte ohnehin fehlen, so Kraft. Dazu sollte ein Architekt beauftragt werden, der eine Planskizze anfertigt, mit der bei der Regierung von Oberfranken Zuschussmittel aus dem Städtebauförderungsprogramm des Freistaats Bayern beantragt werden sollten.

Im Gemeinderat löste Krafts Vorschlag nun große Verwunderung aus. Dass man einst das Grundstück nebst Krämershaus seitens der Gemeinde erworben habe, lag laut Reinhard Weber (WVE) eigentlich darin begründet, dass das Gebäude saniert und zu einem Dorfladen mit Bäckerei umgebaut werden sollte. Auch Igor Lamprecht (FWG) erinnerte daran, dass damals die Bevölkerung in ein noch zu findendes Nutzungskonzept eingebunden werden sollte. Doch dann kam Corona, Treffen mit Bürgern und Bürgerversammlungen waren nicht mehr möglich. Deshalb geriet das Projekt fast in Vergessenheit.

Inzwischen hatte die Regierung immer wieder angemahnt, ein Konzept nebst Plan vorzulegen, was aus dem Grundstück mit oder ohne Gebäude einmal werden soll, um Städtebaufördermittel dafür zu bekommen. Ulrike Götz (FWG) wollte nun auch nicht gleich alles abreißen, sondern erst die Bürger fragen. Schließlich habe es damals einen Interessenten gegeben, der ein Café eröffnen wollte.

Kraft blieb zunächst dabei, einen Parkplatz planen zu lassen, um einen Zuschuss beantragen zu können. Der Abriss der Gebäude und die Parkplatzplanung wurden jedoch einstimmig abgelehnt. Nach einigem Hin und Her – so war auch von der Einberufung einer Bürgerversammlung die Rede – einigte man sich auf Vorschlag von Karsten Römer (FWG) darauf, das sich die Mitglieder des Bauausschusses das Gebäude erst einmal ansehen sollen. „Nehmt aber Bauhelme mit“, riet nun Raimund Dörfler (WVE), schließlich fielen bereits Ziegel vom Dach. Das Thema wird den Gemeinderat wohl noch länger beschäftigen.