Zum Bericht "Frühjahrsgeschäft schon futsch?" vom 12. Februar:

Ich bin selbst Floristin. Ich weiß, wie sehr das Herz an dieser Arbeit mit Blumen hängt. Wie Kunden es lieben, durch die Gärtnerei zu laufen, Blumen zu riechen, anzufassen und mit den leuchtenden Farben die Seele zu streicheln. Menschen brauchen Blumen für die Seele. Blumen geben uns ein Stück Kraft, weiterzumachen. So geht es mir und sicher auch vielen anderen.

In einer Gärtnerei ist der Kunde keine Nummer. Er ist ein Bestandteil der Gärtnerei . Der Kunde fühlt sich hier wohl. Ruhe, Schönheit, Zugehörigkeit und auch flotte Sprüche geben dem Kunden das Gefühl : Hier komme ich wieder her. Und jetzt?

Bei uns im Supermarkt gab es einen kleinen Stand mit Blumen, schon immer. Seit dem Lockdown ist die Blumenabteilung sehr gewachsen, grob um das Dreifache. Vor dem Valendienstag ist die Abteilung nochmal gewachsen. So viel Blumen hab' ich dem Markt noch nie gesehen. Wie kann es sein, dass Gärtnereien schließen müssen?

Sie können drei Meter Abstand bieten, haben Frischluft und geben Fröhlichkeit mit. Ich würde sogar behaupten, Blumen sind kleine Psychotherapeuten.

Die Gärtner arbeiten den ganzen Winter an der Ware für das Frühjahr . Sie können die Angestellten nicht zum Arbeitsamt schicken, denn diese müssen ja an der Frühlingsware arbeiten. Also Lohn zahlen - woher? Denn das Weihnachtsgeschäft , letztes Jahr das Frühlingsgeschäft verliefen ja genauso: viel vorgearbeitet, Lohn gezahlt, aber die Ware landet zu einem großen Teil auf dem Kompost. Sie könnten die Ware natürlich unter Selbstkostenpreis an die Supermärkte verkaufen. Diese dürfen ja die Ware verkaufen auf einer Fläche, die viel kleiner ist und wo der Abstand - na ja - 1,50 Meter ist.

Aber das ist nicht das Ziel, für Supermärkte zu produzieren, dass die dann das Geschäft mit fränkischen Blumen machen und der Gärtner zum Schluss schließen muss für immer. Sie kämpfen eh gegen die Ware im Supermarkt, welche aus dem Ausland kommt. Hier bereichern sich die Großen an den Kleinen. Das ist unfair.

Ich hoffe für alle Gärtnereien und Blumengeschäfte, dass irgendwo da oben jemand in seinem Büro sitzt und auch Blumen liebt und sich sagt:' "Stimmt!" Und dann hoffe ich, dass er auch etwas entscheiden kann. Wir sehen uns wieder, in eurer Gärtnerei .

Diana Köferlein

Ebermannstadt