Insgesamt 7100 Euro haben vier Initiativen aus dem sozialen Bereich aus der Sparkassen-Sozialstiftung und der Rainer-und-Ottilie-Herrnleben-Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Forchheim erhalten. Zweimal profitierte die Arbeiterwohlfahrt , einmal die Caritas und einmal alle Wohlfahrtsverbände gemeinsam. Nutznießer aber sind laut Pressemitteilung der Sparkasse arme Familien, Scheidungskinder und Frauen in Notlagen.

Ein neutrales Gebiet

Das Klettergerüst ist gesperrt. Die Schranktüren klemmen. Die Einrichtung ist abgewetzt. Keine Frage: Das Caritas-Spielzimmer ist in die Jahre gekommen. Seit 1986 werden hier „begleitete Umgänge“ ermöglicht, in denen Trennungskinder einem Elternteil begegnen können. Es ist neutrales Gebiet: nicht bei der Mutter, nicht beim Vater zu Hause. Es gibt jemanden von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung , der aufpasst. „Wir haben ungefähr ein Dutzend Fälle im Jahr, die wir betreuen“, berichtet Helene Wölfel. Nun soll der Raum mit einer Investition von knapp 50 000 Euro umgebaut und komplett neu gestaltet werden.

30 Stiftungen

Inzwischen sind es 30 Stiftungen, die zusammen über Kapital von 3,9 Millionen Euro verfügen. Es ist in Geld- und Wertpapieren sowie einem Mehrfamilienhaus angelegt und somit laut Sparkasse besonders krisensicher. Von den 80 000 Euro Erlös wird nur ein Teil öffentlich überreicht. Der Rest wird im Sinne der Stifter verteilt. Einiges wird auch dem Stiftungsvermögen zugeschlagen.

„Falls jemand Geld in beliebiger Höhe übrig hat, kann er das gerne zustiften“, sagt Ewald Maier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Forchheim . Man müsse sich keine Sorgen um den Papierkram machen. Darum kümmerten sich Fachleute. Ab 25 000 Euro gebe es die Möglichkeit einer eigenständigen Stiftung.

Von den Erlösen der Stiftergemeinschaft sollen diesmal auch mehr als 400 Kinder aus dem ganzen Landkreis Forchheim profitieren. Sie dürfen sich über ein Weihnachtsgeschenk im Wert von 40 Euro freuen. Die Aktion „Weihnachten für alle“, die von allen Wohlfahrtsverbänden getragen wird, sammelt dazu Jahr für Jahr Gelder.

Wie Lisa Hoffmann von der federführenden Arbeiterwohlfahrt Forchheim erzählt, gebe es solche Hilfsprojekte für arme Familien schon seit knapp einem Jahrhundert: „Wir werden es dank neuer Spender wohl schaffen, an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen zu können, obwohl wir unser beliebtes Benefiz-Konzert absagen mussten.“ Immerhin konnte man einige Schulen als Partner gewinnen, so etwa das Gymnasium in Ebermannstadt, das Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim oder die Annaschule Forchheim .

Ausbildung in Pflegeberufen

Seit zwei Jahren bildet die Arbeiterwohlfahrt Forchheim auch selbst in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege aus. „Bislang nutzten unsere Auszubildenden im Büro in der Kantstraße 1 unsere Plätze“, erklärt Michaela Weber. Nun hätte jeder junge Mensch seinen eigenen Platz im früheren Besprechungsraum und einen Laptop, um ihn im ambulanten Pflegedienst nutzen zu können.

„Zweimal im Monat meldet sich eine Frau bei uns, die sich in einer Notlage befindet“, teilt Weber mit. Es gehe um häusliche Gewalt, Konflikte mit Kindern, die auf Abwege geraten sind, oder ernsthafte Probleme in der Beziehung.

Stephanie Kaufmann von der Arbeiterwohlfahrt Forchheim will niemanden in solch verzweifelter Situation alleine lassen. So berät die Anlaufstelle von „Frauen in Not“, was zu tun ist, damit die betroffenen Frauen nicht von Pontius zu Pilatus laufen müssen. Kaufmann erläutert: „Wir vermitteln dann eine Suchtberatung, eine Erziehungshilfe, eine Schuldnerberatung oder den Kontakt zum Frauenhaus.“ red