Der Gemeinderat Kleinsendelbach beschäftigte sich in seiner Weihnachtssitzung mit einer Reihe von Bauanträgen , die einigen Diskussionsstoff bargen. Gleich zu Beginn der Sitzung beschwerte sich Gemeinderat Michael Kellner (DG) über Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWK), indem er ihr Versagen bei der Planung der Gemeinderatssitzungen vorhielt.

Werner erwiderte, dass Sitzungstermine überwiegend verschoben werden mussten, weil Terminüberschneidungen mit Hetzles, Dormitz oder anderweitige Gründe eine Verschiebung erforderlich machten. Außerdem obliege die Terminfestlegung für die Gemeinderatssitzungen der Bürgermeisterin .

Unterschiedlicher Auffassung waren einige Räte der Dorfgemeinschaft, als es um den Vorabbeschluss zu einer kommenden Flächennutzungsplanänderung für einen Teilbereich an der Schwabachstraße ging. Bereits im Februar/März hatte der Gemeinderat über einen Antrag auf Bauvorbescheid in der Schwabachstraße entschieden und dem Antragsteller das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Das Landratsamt Forchheim teilte der Gemeinde mit, dass der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006 in unmittelbarer Nähe dort einen Sportplatz vorsieht. In einem Gespräch zu diesem Bauantrag mit der Behörde signalisierte diese, den Antrag auf Vorbescheid zu genehmigen, wenn ein Beschluss der Gemeinde gefällt wird, dass der Sportplatz in der künftigen Flächennutzungsanpassung nicht mehr aufgeführt wird, berichtete Bürgermeisterin Werner.

Die Mehrheit der Räte war sich einig, dass ein dritter Sportplatz nicht benötigt wird, da es in Kleinsendelbach wie in Steinbach einen Sportplatz gibt. Gemeinderätin Fischer (DG) forderte hingegen, erst den Grundstücksbesitzer zu fragen, ob der Sportplatz weiterhin berücksichtigt werden soll, sowie abzuwarten, bis der gemeindliche Flächennutzungsplan angepasst wurde. Der Bauwerber will jetzt eine Entscheidung über seinen Bauantrag und nicht in drei Jahren, antwortete Werner und forderte, darüber abzustimmen. Der Gemeinderat beschloss mit 8:5 Stimmen, bei der Anpassung des Flächennutzungsplans den Sportplatz als landwirtschaftliche Grünfläche auszuweisen.

In der Oktobersitzung hatte sich der Gemeinderat mit der Baulandaktivierung eines Grundstücks mit der Flurnummer 10 in Kleinsendelbach befasst und Bürgermeisterin Werner mit der Klärung dreier Fragen seitens des Gremiums beauftragt. Das Ergebnis nahm Gemeinderätin Fischer in der Sitzung zum Anlass, Bürgermeisterin Werner nicht nur Untätigkeit vorzuwerfen, sondern auch den Auftrag des Gemeinderates als oberstes Gremium nicht ausgeführt zu haben. Das wies Werner scharf zurück, denn die Verwaltung habe alle Fragen korrekt beantwortet. Gerade bei der Frage der Einbeziehung der Anlieger kam die Verwaltung zu der Erkenntnis, dass im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Bauleitplanung jedermann, auch die Anlieger, die Gelegenheit haben, eine Stellungnahme abzugeben. Die Einbeziehung von Flächen Privater und deren Beteiligung im Rahmen von Kostenübernahmen erschwere das Verfahren im Regelfall deutlich, so dass die Bauverwaltung davon abrät, sagte Werner. Zum Wegerecht Folgendes, so Werner: „Das beim Amtsgericht Forchheim (Grundbuchamt) geführte Grundbuchblatt für das Grundstück Flurnummer 10 wurde vor dem Erwerb geprüft und enthält keine Eintragungen zu Wegerechten. Die Anlieger haben zu ihren Grundstücken sowie landwirtschaftlichen Flächen einen Flurweg, der allerdings zugewachsen ist.“

Da sich letztlich im Gemeinderat keine Einigung abzeichnete, stellte man den Tagesordnungspunkt zurück. Das Thema wird in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderates weiterbehandelt.