Zu einem Info-Treff mit Online-Diskussion konnte der Verkehrclub Deutschland ( VCD ) auch mehrere Stadträte und die Dritte Bürgermeisterin der Stadt Forchheim begrüßen. Diskutiert wurden drei Themen: Förderung des Radverkehrs, das Spannungsverhältnis zwischen Fußgängern und Radfahrern und Tempo 30.

Breiten Raum nahm die Aktion „Stadtradeln“ ein. Das ist eine bundesweite Aktion, die Lust auf die Benutzung des Fahrrads machen soll. Viele Gemeinden in der Umgebung nehmen daran schon lange teil. Nunmehr wird diese Aktion erstmals auch durch den Landkreis Forchheim getragen und organisiert. Der VCD ist in der entsprechenden Arbeitsgruppe des Landkreises aktiv. Er wird im Rahmen dieser Aktion auch eigene Veranstaltungen anbieten.

Der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ( ADFC ), Frank Wessel, wies darauf hin, dass eine Informationskampagne für mehr Verkehrssicherheit vor Schulen gestartet wird (z. B. „Vermeidung des Verkehrschaos durch Elterntaxis“). Dies ist beim Schulzentrum Forchheim-Nord geplant. Des Weiteren möchte man nach dem erfolgreichen Start 2021 auch in diesem Jahr eine Fahrraddemo zum sicheren Schulweg veranstalten.

Auch der Radverkehr allgemein wurde diskutiert. Grundsätzlich könnten Radwege die beste Lösung sein. Gerade innerorts sei dafür aber selten Platz. Eine Lösung könnten „Schutzstreifen“ für Radfahrer sein, wie sie zum Beispiel seit einiger Zeit in der Klosterstraße in Forchheim zwischen Sparkasse und Johanniskirche existieren. Sie hätten den Vorteil, dass sie den Autofahrern signalisierten, dass dieser Bereich im Normalfall für Radler reserviert sei, aber dass sie im Bedarfsfall auch von Autos befahren werden dürften. Allerdings wurde auch eine Gegenmeinung artikuliert: Laut Straßenverkehrsordnung müssten Autofahrer beim Überholen von Radlern einen Seitenabstand von 1,50 Metern einhalten. Der abmarkierte Streifen verleite aber dazu, direkt an der Markierung vorbeizufahren, praktisch ohne Seitenabstand zum Radler.

Diskutiert wurde kurz auch das Verhältnis zwischen Radfahrern und Fußgängern . Besonders kritisch sei dies auf Gehsteigen, die auch von Radfahrern befahren werden müssten (blaues Schild). Dass es da zu Konflikten mit Fußgängern komme, liege auf der Hand. Die Lösung wäre schnell umzusetzen: Umwandlung der meisten Fuß- und Radwege in Fußweg und „ Radfahrer frei“. Dann dürften die Radfahrer , die sich auf der Straße gefährdet sehen, „oben“ fahren, die anderen, die schnell vorwärts kommen wollen oder nicht auf die Fußgänger Rücksicht nehmen wollen, dürften die Straße benutzen.

Angesprochen wurde auch der geplante „Metropolradweg“ Bamberg – Nürnberg. Hierzu soll eine eigene Veranstaltung stattfinden.

Enge Gehwege (oder Geh- und Radwege) könnten auch ein guter Grund dafür sein, auf den entsprechenden Straßen Tempo 30 anzuordnen. Die neugefasste „Experimentierklausel“ der Straßenverkehrsordnung biete die Möglichkeit, solche Maßnahmen anzuordnen. Der Verkehrssicherheit täte das gut, der Umwelt ebenso.

Wer konkrete Ideen und Anmerkungen zu umwelt-und verkehrspolitischen Gesichtspunkten hat, ist eingeladen, dies per E-Mail vcd@hoernlein-r.de zu melden. Jeder ist eingeladen zu den nächsten VCD-Info-Treffs, die immer am letzten Mittwoch eines Monats stattfinden, das nächste Mal also am Mittwoch 30. März, 19 Uhr, voraussichtlich wieder unter https://meet. jit.si/ VCD-FO-InfoTreff. red