Ihre traditionelle Erzieherwallfahrt zur Wallfahrtskirche „ Mariä Aufnahme in den Himmel Medlitz“ hat der KEG Oberfranken am Samstag durchgeführt. Bei sonnigem Herbstwetter empfingen die Bezirksvorsitzende Cordula Haderlein und ihre Stellvertreterin Daniela Drummer die Wallfahrer am Ortseingang der Gemeinde Medlitz.

Wie schon in den Jahren vorher begleiteten laut einer Pressemitteilung des Diözesanpilgerbüros Bamberg die „Don-Bosco-Musikanten“ aus Bamberg die wallfahrenden Erzieher musikalisch.

Heiner Schumm, der die Wallfahrtsleitung innehatte, stimmte die Wallfahrer mit Liedern und Gebeten hin zur Wallfahrtskirche auf den Gottesdienst ein. Pater Dieter Putzer, Pfarrvikar des Pfarramtes Maria Hilf und Pastoralleiter im Jugendwerk Don Bosco, zelebrierte den Gottesdienst.

Er begrüßte die wallfahrenden Pädagogen mit einem Zitat Don Boscos: „Pädagogen haben die Aufgabe, Kinder durch das Aneignen von Handlungsfähigkeit und Kreativität in die Freiheit zu führen.“ Erziehen komme aus dem Lateinischen von de Wort „educare“ und bedeute „herausziehen, ausbilden“. Gott habe jedem Menschen bereits etwas mitgegeben, es sei nun die Aufgabe der Pädagogen das Kind und seine Bedürfnisse wahrzunehmen und entsprechend herauszufinden, was das Kind noch an Handlungsfertigkeiten benötige.

Pater Putzer sprach von einem „Herausziehen“ dessen, was in einem Menschen schon angelegt ist und entsprechendem „Fördern durch Fordern“.

Seine Predigt begann er mit den Worten: „Freiheit ist das Wichtigste im Leben und dieses Bewusstsein dafür sollte man den Kindern für ihre Zukunft mitgeben.“

Großes Einfühlungsvermögen

Im vorgetragenen Evangelium, in dem die Pharisäer Jesus angriffen, da er am Sabbat einen Kranken heilte, habe Jesus bewiesen, dass er die Freiheit hatte, tätig wirkend zu sein.

Jesus habe neben anderem auch ein sehr großes Einfühlungsvermögen besessen, da er die Probleme seiner Mitmenschen erkannt habe und sie aus dem Abseits auf eine gute Weise in den Mittelpunkt der Gesellschaft geholt habe. Durch seine Heilungen habe er die Menschen wieder handlungsfähig gemacht, womit sie wieder eine größere Freiheit in ihrem Leben hatten. So weit die christliche Interpretation des Evangeliums durch Pater Putzer.

Am Ende des Gottesdienstes gab der Zelebrant den Wallfahrern einen Segen mit auf den Weg, den er als das „Anschieben“ Gottes bezeichnete.

Unterstützt wurde Pfarrer Dieter Putzer im Gottesdienst von Doris Otzelberger, stellvertretende KEG-Kreisvorsitzende Bamberg, die die Lesung und die Fürbitten für die KEG vortrug.

Im Anschluss an den Gottesdienst brachte Rosemarie Günther, seit 30 Jahren Kirchenpflegerin in der Wallfahrtskirche , den Zuhörern die Besonderheiten des Gotteshauses nahe.

„Das Gnadenbild von Medlitz im Itzgrund ist sehr alt. Es befand sich früher in Mürsbach. Der Schultheiß von Medlitz erbat es sich 1724 und stellte es in seinem Haus zur Verehrung auf. Als sich zunehmend Beter einfanden, befestigte er das Bild an einer Linde. 1728/29 errichtete man dort eine Kapelle. Es wird von Gebetserhörungen und Lichterscheinungen berichtet“, erzählte Günther.

Zahlreiche Votivbilder

Zahlreiche Votivbilder erzählen von erlangter Hilfe. 1914 wurde die zu klein gewordene Kapelle durch die heutige neubarocke Kirche ersetzt. Das gekrönte Gnadenbild ist in Stoffgewänder und einen weiten Umhang gehüllt.

Vor der Kirche wurden die Wallfahrer und die Musiker mit einem kleinen Umtrunk und leckeren Weintrauben aus der Gegend gestärkt und verwöhnt. Ausklang fand der Vormittag bei einem freundschaftlichen Beisammensein. red