Im Oktober trafen sich Mountainbiker , Waldbesitzer, Jagdpächter und andere Interessierte am runden Tisch: Sie wollten Lösungen für das Mountainbiken im Bereich Rettern/Kauernhofen/Lange Meile erörtern. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlichte jedoch Ende November, dass "Wege, die durch Querfeldeinfahren entstanden sind, in aller Regel nicht für das Befahren mit Fahrzeugen ohne Motorkraft geeignet sind".

Daher wollen die unteren Naturschutzbehörden diese Wege überprüfen und dokumentieren. Auch sogenannte Holzrückegassen sind nach Ansicht des Ministeriums grundsätzlich keine Wege und daher weder für Mountainbiker noch für Reiter geeignet.

Daher steht für die Verwaltung eine mögliche Regelung im Wald um Kauernhofen und Rettern auf rechtlich fragwürdigen Füßen. Die Kommune wäre in der Verkehrssicherungspflicht, jedenfalls in den kommunalen Gebieten. Das gleiche gilt für die privaten Waldbesitzer.

"Wir müssen ins Gespräch kommen", wies der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) in der Sitzung des Marktgemeinderats darauf hin, dass die Kommune eine eventuelle Einigung aller Beteiligten erreichen möchte. Querfeldeinfahren sei nach dieser Bekanntmachung eigentlich nicht mehr möglich. "Wir müssten daher mit Baggern anfahren und die Wege zerstören", sagte Schwarzmann, "oder einen Weg finden, der die Interessen aller berücksichtigt."

Bisher ist beispielsweise noch nicht abschließend geklärt, ob ein Waldbesitzer auch dann für Unfälle auf einem illegal angelegten Trail haftet, wenn er diesen eine Zeitlang auf seinem Grund duldet. Situationen wie im vergangenen Jahr gelte es zu verhindern, ist sich Martin Distler ( Bündnis 90/Die Grünen ) sicher. Wildes Fahren und die Benutzung öffentlicher, religiös genutzter Wege sollten verhindert werden. Er plädierte dafür, die Nutzung für Mountainbiker zu kanalisieren, schließlich sei das ganze Problem erst im vergangenen Jahr so "aufgeploppt".

Der Marktgemeinderat beschloss mit drei Gegenstimmen, aktuell keine weiteren Maßnahmen zu treffen und, sobald die Gegebenheiten das zulassen, ein weiteres Treffen der Beteiligten anzuberaumen.

Sanierung der Ortsdurchfahrt

Der Landkreis will die Ortsdurchfahrt der Kreisstraße FO 11 im Bereich der St.-Martin-Straße sanieren. Dabei soll der Verlauf der Gehwege neu festgelegt werden, so dass auf der Ostseite ein durchgängiger Fußweg möglich ist. Ebenso sollen der Einmündungsbereich Bahnhofstraße neu gestaltet und die Vorfahrt der Kreisstraße eingerichtet werden. Die Räte ermächtigten daher den Bürgermeister Claus Schwarzmann, die dafür erforderliche Durchführungsvereinbarung mit dem Landkreis abzuschließen. Bei der Sanierung der Straße soll Betonpflaster für die Gehwege verwendet werden, beschlossen die Marktgemeinderäte.