Wegen der Corona-Krise ist im März der Artikel 47a der Gemeindeordnung in Kraft getreten. Dieser ist die Voraussetzung, damit die Marktgemeinde Pretzfeld Hybridsitzungen durchführen könnte. Allerdings verlangt das Gesetz einen Beschluss des Gremiums mit einer Zweidrittelmehrheit.

Die Räte waren in ihren Sitzungsunterlagen informiert worden, dass Hybridsitzungen wie Präsenzsitzungen vorzubereiten sind. Rein virtuelle Sitzungen sind jedoch ausgeschlossen. Zuschaltungen können nur in Form von kombinierten Ton-Bild-Übertragungen zugelassen werden, um weiterhin Diskussionen „von Angesicht zu Angesicht“ zu ermöglichen. Deshalb müssen sich die anwesenden und zugeschalteten Ratsmitglieder gegenseitig wahrnehmen können.

Auch müssen die Räte für die Zuhörer wahrnehmbar sein. Die Gemeinde muss dafür sorgen, dass die Zuschaltmöglichkeiten während der Hybridsitzungen ununterbrochen bestehen. Zugeschaltete Räte können nicht an geheimen Wahlen teilnehmen. Auch der Marktgemeinderat könnte Beschränkungsmöglichkeiten festlegen wie zum Beispiel eine Höchstzahl von Zuschaltungen bestimmen oder Zuschaltungen auf öffentliche Sitzungen beschränken. Die Verwaltung machte darauf aufmerksam, dass für die Durchführung von Hybridsitzungen umfangreiche und teure technische Voraussetzungen geschaffen werden müssten.

Vor der Beschlussfassung beantragte Gerhard Kraft (FW) eine namentliche Abstimmung. Das wurde jedoch abgelehnt. Der Beschluss, zukünftig Hybridsitzungen durchzuführen, wurde ebenfalls mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Es hätte einer Zweidrittelmehrheit bedurft.