Im Dauerregen trafen sich 15 oberfränkische Wildschadensschätzer in der Gemarkung Krögelstein zu einem Praxistag. Ein Sommergerstenschlag stand auf dem Programm, der enorme Wühlschäden aufwies, verursacht durch Schwarzwild.

Vor allem wenn Zuckerrüben oder Mais als Vorfrucht angebaut wurden, kommt es in manchen Regionen Frankens in der Folgefrucht, bereits beim Auflaufen des Getreides, zu eklatanten Schäden. Rainer Lauterbach aus Trebgast stand als erfahrener Schätzer und Referent seinen oberfränkischen Kollegen zur Seite und gab ihnen Tipps und Anregungen.

Auch wenn die eigentliche Schadenshöhe erst kurz vor der Ernte ermittelt werden kann, muss ein auftretender Wildschaden stets zeitnah gemeldet, festgestellt und dokumentiert werden. Gerade wenn es im Nachgang zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Geschädigten und Entschädigungspflichtigen kommen sollte, ist ein Schätzprotokoll mit einer Skizze der geschädigten Fläche zum Zeitpunkt des Schadenseintritts unentbehrlich.

„Vor allem die in den letzten Monaten exorbitant gestiegenen Erzeugerpreise werden bei Betroffenen für die ein oder andere Überraschung angesichts der Höhe der Wildschäden in diesem Erntejahr sorgen“, befürchtet Torsten Gunselmann, Referent an der BBV-Hauptgeschäftsstelle Oberfranken .

Die Richtsätze der aktuellen Schätzungsrichtlinien des BBV könnten die Schadenshöhe für diese Situation, die unter anderem durch den Kriegsausbruch in der Ukraine hervorgerufen wurde, keineswegs abbilden. Vielmehr müssen in diesem Jahr die tatsächlich erzielbaren Marktpreise der Ernte 2022 als Datengrundlage herangezogen werden. Torsten Gunselmann