„Wir bringen eure Klimawünsche zu den Politikern nach Berlin!“ war das Motto der Aktion der Omas for Future und Transition Forchheim , die am vergangenen Freitag auf dem Paradeplatz stattfand. „Wir sehen eine Verschlechterung der Lebensgrundlagen auf dieser Erde, wenn wir auf die Qualität unserer Böden, der Luft, des Wassers und der gesamten Natur sehen“, erklärte Gertraud D., „das betrifft uns alle, aber vor allem unsere Kinder und künftige Generationen.“ Deshalb haben die Omas for Future das Projekt „Klimabänder“ gestartet.

Ein Klimaband ist ein 80 bis 100 Zentimeter langer Stoffstreifen, auf den wasserfest der eigene Klimawunsch, eine Klimabotschaft, geschrieben wird. Gerade im Wahljahr 2021 soll den Politikern gezeigt werden, was von ihnen erwartet wird. Diese Erwartungen und Wünsche konnte jeder, der wollte, auf Bänder schreiben, die ab Ende August klimaneutral nach Berlin geradelt und dort im Regierungsviertel aufgehängt werden. Dieser Wunsch kann eine Forderung an die Politik sein – ein Plädoyer für unsere Erde, eine Bitte an die Mitmenschen . Das, was einem wichtig ist.

Warum jetzt Taten gefragt sind

Die Omas for Future und Transition Forchheim beschreiben die Problematik so: „Um das Pariser Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen, müssen wir bis 2045 klimaneutral sein. Und dazu müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren die entscheidenden politischen Weichen gestellt werden – anders ist das Ziel nicht zu erreichen. Die Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des holländischen Gerichts in Den Haag haben die Wichtigkeit des Klimaschutzes bestätigt. Das bedeutet, dass die nächsten drei Jahre über unsere Zukunft entscheiden. Denn nicht nur die Erderwärmung , auch das Artensterben bedroht uns und unser Überleben. Deutschland kann nur leistungsfähig bleiben, wenn es konsequent Klimaschutz betreibt. Klimaschutz schafft Arbeitsplätze u n d gute Lebensbedingungen, aber nur, wenn wir wirklich aktiv werden.“

„Nicht große Reden und Ankündigungen, sondern konkrete Taten sind jetzt gefragt! Darum müssen sowohl die Politik als auch die Wirtschaft und jeder Einzelne ab sofort die Auswirkungen unseres Handelns auf unsere Erde berücksichtigen. Inzwischen haben viele Menschen erkannt, dass wir dringendst handeln müssen, um unsere Lebensgrundlage zu erhalten. Im Herbst sind Bundestagswahlen, und wir möchten, dass die Menschen den Politikern aller Parteien zeigen, dass ihnen der Klimaschutz wichtig ist“, erläutert Klara Günther den Hintergrund des Klimabänder-Projekts.

„Die Reaktionen der Menschen waren überwiegend positiv“, berichtet Hartmut S., „und wir haben über 60 Klimabänder gesammelt.“ Auf denen kann man ganz unterschiedliche Dinge lesen, die vom Ausbau der Radwege und dem Stopp des Autobahnausbaus über die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und die Müllvermeidung bis zur Abschaffung von Billigflügen und den Stopp von Freihandelsabkommen gehen. Nachdem die Wirtschaft coronabedingt heruntergefahren wurde, kommt es jetzt bei Wirtschaftsförderungsmaßnahmen darauf an, diese unter Berücksichtigung des Klimaschutzes und sozialer Gerechtigkeit zu gestalten.

„Es kann doch nicht sein, dass Unternehmen staatliche Unterstützung bekommen und dann große Dividenden an die Aktionäre auszahlen. Wir alle haben Einschränkungen hinnehmen müssen, und es ist nicht Aufgabe des Staates, Unternehmensgewinne zu finanzieren!“, erklärte empört einer der Standbesucher.

Weitere Teilnahmemöglichkeiten

Das Sammeln der Klimabänder geht weiter. Am Freitag, 2. Juli, wird wieder auf dem Paradeplatz die Möglichkeit dazu gegeben sein und im „Unverpackt-Laden“ in Hausen können ab sofort auch Klimabänder beschriftet und aufgehängt werden. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.klimabaender.de und https://transition-forchheim.de/aktuelles/. red