Jetzt ist es offiziell: Der Streuobstanbau in Deutschland ist ab sofort immaterielles Kulturerbe. Dies bestätigten die Kulturminister der Länder am vergangenen Freitag bei ihrer Konferenz. Sie gaben dem Antrag aus Baden-Württemberg statt. Gemeinsam mit 1,3 Millionen Unterstützern stellte Hochstamm Deutschland e. V. bereits während des letzten Bewerbungsverfahrens im Jahr 2019 den Antrag. Die erfolgte Anerkennung würdigt nun das Engagement zahlreicher, oft ehrenamtlicher Streuobstakteure beim Erhalt dieser einzigartigen Kulturform.

Ein Stück regionale Identität

Streuobstwiesen erhalten die Vielfalt an Obstsorten, sind ein Hotspot der Biodiversität, ein prägender Teil der Kulturlandschaft und ein Stück regionale Identität. Sie sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung hervorgegangen und direkt an menschliches Wissen gebunden. Dabei sind die arbeits- und zeitintensive Pflege und Bewirtschaftung, die Obstverarbeitung, traditionelle Handwerkstechniken sowie verschiedene Feste und Bräuche Teil der Kulturform. Doch mit dem anhaltenden bundesweiten Rückgang der hochstammbesetzten Streuobstwiesen drohen die über Jahrhunderte entwickelten Praktiken und das Wissen über diese Kulturform in Vergessenheit zu geraten.

Die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes stellt in erster Linie eine öffentlich sichtbare Anerkennung der Kulturform und seiner Trägerschaft dar. Martina Hörmann, Vorsitzende des antragstellenden Vereins Hochstamm Deutschland, ist begeistert: "Die Wertschätzung gebührt allen Streuobstakteuren, die zum Erhalt der Streuobstwiesen beitragen."

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.hochstamm-deutschland.de. red