Erster Bürgermeister Steffen Lipfert (FW), Markus Kraft vom Kirchenvorstand und Pfarrer Matthias Haag freuen sich, denn der neu eingerichtete Wlan-Hotspot an der evangelischen Kirche in Wannbach funktioniert. Stolz zeigen sie sich ihre Suchergebnisse im Internet.

Dass dieser Hotspot entstanden ist, ist eine Folge der Corona-Pandemie. „Da konnten wir ja keine Gottesdienste feiern. Deshalb hatten wir die Idee, dass wir Gottesdienste live über Youtube bringen könnten“, erzählt Markus Kraft. Allerdings habe alles schnell gehen müssen. „Da wir ja schon einen Telefon- und einen Handyvertrag hatten – wobei das Telefon im Gemeindehaus kaum genutzt wird –, haben wir den Vertrag erst einmal um Internet erweitert“, ergänzt er. Die Gottesdienste konnten übertragen werden.

Dann kam der Kirchengemeinde die Idee, dass man das Netz auch Wanderern oder Urlaubern zur Verfügung stellen könnte. „Ein Anbieter hat hier gar keinen Empfang. So können dann auch die Anwohner das Wlan nutzen“, erklärt Kraft und zählt auf, dass durch einen Wlan-Hotspot die Attraktivität des Gemeindehauses für Veranstaltungen gesteigert würde, Gottesdienste live übertragen werden können und sich die Kirchengemeinde über neue Gottesdienstformen und ein zukunftsorientiertes Gebäudemanagement „Smart Home“ Gedanken machen könnte.

Und: Durch das freie Wlan könne der Fremdenverkehr gefördert werden. Deshalb fragte die Kirchengemeinde bei der Marktgemeinde nach, die sofort positiv reagierte. „Wir sehen darin einen zeitgemäßen Mehrwert für Wannbach und seine Gäste“, sagt Steffen Lipfert und berichtet, dass auch die Feuerwehr das Wlan nutzen kann und die Versorgung erweitert wurde bis zum nahen Festplatz. „Die Umsetzung war unkompliziert. Das wurde ehrenamtlich gemacht“, erklärt er.

Hauptsächlich erledigten Markus Kraft und Bernd Richter diese Aufgabe. „Telefon war ja schon da. Wir haben dann Richtfunkstrecken zwischen Gemeindehaus, Kirche und Festplatz eingerichtet“, erzählt Kraft. Damit es keine Probleme wegen der Haftung gebe, nutze man das Netz von „Freifunk Franken“.

Die Kosten werden zwischen der Marktgemeinde und der Kirchengemeinde geteilt. „Wir sind jetzt aber etwa 25 Prozent günstiger gekommen“, freut sich Kraft und erzählt, dass sich die Kirchengemeinde in Hetzelsdorf ebenfalls für einen Wlan-Hotspot interessiere. In Lützelsdorf habe die Dorfgemeinschaft einen Hotspot im Glockenturm eingerichtet. „Am Glockenhaus finden ja Weihnachtsmarkt oder Kerwa statt. Und man trifft sich hier zum Beispiel zum Frühschoppen oder Fußballschauen“, berichtet Kraft.

Und Steffen Lipfert ergänzt, dass es auch in Pretzfeld selbst einen Wlan-Hotspot am Bahnhof gebe. „Vielleicht richten ja noch mehr Gemeinden einen solchen ein“, überlegt Markus Kraft.