Drei beispielhafte Hausgärten hat der oberfränkische Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege als Naturgärten zertifiziert. Die Inhaber wirtschaften dabei seit vielen Jahren unter anderem ohne Mineraldünger, verzichten komplett auf jede Form chemischen Pflanzenschutzes, verwenden keinen Torf und gehen umweltbewusst mit Wasser um. Darüber hinaus haben sie mit ihrer Arbeit wahre Schmuckstücke geschaffen.

Ein Beispiel für andere

Die zertifizierten Naturgärten sollen auch ein Beispiel für andere sein, die ebenfalls auf Naturwiesen statt englischen Rasen setzen wollen, sagte der Forchheimer Landrat Hermann Ulm bei der Überreichung der Urkunden und Plaketten im Garten der Familie Jungkunz in Streitberg .

Hier hätte es kein Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gebraucht, so der Forchheimer Kreisfachberater Hans Schilling. Gerade im ländlichen Raum seien die meisten Gärten schon immer Oasen für Insekten gewesen. Ein Dorn im Auge seien ihm allerdings die zahlreichen neu angelegten Kiesgärten , die überhaupt keinen Lebensraum für Insekten bieten.

„Die ausgezeichneten Gartenbesitzer stehen nicht nur für Artenvielfalt und Biodiversität , sondern auch für Kreativität und die Kunst der Gartengestaltung“, sagte die Bezirksvorsitzende, die Bayreuther Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer . Die oberfränkischen Mustergärten befinden sich alle drei im Landkreis Forchheim, Eigentümer und Bewirtschafter sind Monika und Norbert Jungkunz in Streitberg , Brigitte von Lüttichau in Forchheim sowie Frauke und Rainer Staud in Heroldsbach. „Wir freuen uns über die vielen engagierten Gartenliebhaber in Oberfranken “, sagte Brendel-Fischer. Ein Naturgarten fordere eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich. Allerdings will auch ein Naturgarten gepflegt sein. Naturgarten bedeute nicht, der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur. „Wir lieben die Natur“, so Norbert Jungkunz. Zu seinem rund 2000 Quadratmeter großen Garten in der herrlichen Lage des Schauertales gehören ein Teich mit Enten und Goldfischen, mehrere Obstbäume, eine große Naturwiese und zahlreiche geschmackvolle Zierelemente.

Blickfang für Ausflügler

Der Garten liegt direkt an der Auffahrt zur berühmten Binghöhle und zur Streitburg und damit an zwei der touristischen Leuchttürme der gesamten Region. Tag für Tag spazieren damit viele Ausflügler und Wanderer daran vorbei.

Auch ein Naturgarten benötige Pflege, würdigte Streitbergs Zweiter Bürgermeister Konrad Rosenzweig die Leistung der Ausgezeichneten. Christiane Bender vom Gartenbauzentrum Bayern-Nord in Kitzingen stellte klar, dass jeder Gartenbesitzer etwas für den Klimaschutz tun könne, indem er Vögeln, Insekten und Kleintieren einen Lebensraum biete. „Wir wollen diese Philosophie des naturnahen Garten weiter hinaustragen und die Menschen davon überzeugen.“ Stephan Herbert Fuchs