Ein Eigentümer einer Wohnung in der Viktor-von-Scheffel-Straße geht inzwischen mit seinem Rechtsanwalt gegen den Bau des Biomasseheizkraftwerks unterhalb der Gößweinsteiner Schule und somit auch gegen das geplante Nahwärmenetz in Gößweinstein vor.

Der Wohnungsbesitzer , der Nachbar des Grundstücks ist, sieht durch den Kraftwerksbau insbesondere sein Recht auf Erholung und freien Landschaftsgenuss beinträchtigt und fürchtet dadurch einen Wertverlust seiner Immobilie. Außerdem besteht er darauf, dass die Luftqualität in einem Luftkurort nicht verschlechtert werden dürfe, keine Verschlechterung seiner Lebensqualität eintrete und er keine gesundheitlichen Nachteile durch Verbrennungsimmissionen erleide. Außerdem moniert er, dass die Kommune Gelder ausgebe, für deren Deckung die Anwohner durch Steuerabgaben oder die Errichtung des Kurbeitrags aufkommen müssten.

Nach allen Versuchen, eine gütliche Einigung zu erzielen, die nicht erreicht werden konnte, musste der Marktgemeinderat die lange Liste der Einwendungen nun abarbeiten. Da Gremium wies diese allesamt als unbegründet zurück.

So werde das Biomasseheizwerk, das mit Hackschnitzeln beheizt wird, mit wirksamen Abgasfiltern ausgestattet. Es senke noch dazu den CO2 -Ausstoß in Gößweinstein deutlich, und zwar um bis zu 1800 Tonnen jährlich. Hinzu kommt laut einer Studie noch eine deutliche Reduzierung an Treibhausgasen. Es könnten jährlich rund 96 000 Liter Heizöl eingespart werden. Die Luft werde also eher besser als schlechter.

Zudem habe die geplante Anlage keinen Einfluss auf die Ortscharakteristik, da weit entfernt von ortsbildprägenden Gebäuden wie Burg , Basilika oder Klosterkirche . Das Kraftwerk werde so eingegrünt, dass man danach nur noch den Schornstein sehe. Der Freizeitwert werde durch die Anlage ebenso wenig beeinträchtigt wie die Luftqualität.

Außerdem könne nicht nachvollzogen werden, dass ein Wertverlust der Immobilien in der Nähe eintrete. Ganz im Gegenteil: Der Immobilienwert könnte sogar für diejenigen steigen, die ihr Gebäude anschließen, heißt es unter anderem in der Stellungnahme des Planungsbüros Weyrauther dazu.

Der jetzige Standort sei der geeignetste im gesamten Marktgebiet. Erhebliche Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers für seine Wohnnutzung seien nicht zu erwarten. Auch sei die Anlage nicht größer dimensioniert als für die inzwischen vertraglich vereinbarten Anschlussteilnehmer. Allerdings schließen weit weniger private Hausbesitzer an als ursprünglich erhofft. Im nahen Pfarrer-Dippold-Weg sind es zum Beispiel vier. In Betrieb gehen soll das Biomasseheizkraftwerk mit Fernwärmenetz spätestens am Jahresende. Außer dem Lehrerwohnhaus und dem Bauhof mit Feuerwehrhaus werden neben der Schule alle gemeindlichen und kirchlichen Gebäude angeschlossen.