So groß wie selten zuvor war das Interesse an der Jahresversammlung des Kreisverbandes Forchheim im Nordbayerischen Musikbund (kurz NBMB), die im neuen Vereinsheim des Musikvereins Weilersbach stattfand. Aus 21 Musikvereinen trafen sich weit über 50 Vertreter zur Hybridveranstaltung, wovon sich 17 per Zoom-Chat zugeschaltet hatten, wie der NBMB mitteilte.

Die Anwesenden, unter ihnen Landrat Hermann Ulm , Musikbund-Vizepräsident Thomas Kolb aus Steinwiesen sowie Bürgermeister Marco Friepes begaben sich trotz ihres kompletten Impfschutzes vor Versammlungsbeginn in die Hände des Testzentrumteams Weilersbach zum Antigen-Schnelltest.

Mit großer Willenskraft

Im Rechenschaftsbericht stellte Kreisvorsitzende Claudia Heim dar, mit welch logistisch-organisatorischem Aufwand sowie großer Willenskraft auch das zweite Pandemiejahr trotzdem zum Erfolg geführt werden konnte. Im Kreis Forchheim sank durch die Pandemie die Anzahl der gemeldeten Musiker in den 21 Vereinen auf aktuell 2013 und damit um weniger als fünf Prozent. Das ist nicht so dramatisch wie auf nordbayerischer Verbandsebene, wo die Verluste mehr als doppelt so hoch liegen.

Seine Hauptaufgabe sieht der Kreisverband in der Förderung der jungen Blasmusikergeneration, die in der Altersgruppe bis 27 Jahre mit fast 1400 mehr als zwei Drittel aller Mitglieder ausmacht. So konnten im Berichtszeitraum nach einer Mischung aus Online- sowie dezentralen Präsenzseminaren und nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung im Sommer 81 Musiker das Leistungsabzeichen D1 des NBMB in Empfang nehmen. Dazu stellten sich auf Bezirksebene 21 Musiker erfolgreich den Herausforderungen der Leistungsprüfung D2 und können sich fortan das Leistungsabzeichen in Silber ans Revers heften. Die Seminarwoche an der Musikakademie Hammelburg mit den Theorie- und Praxisprüfungen zum Leistungsabzeichen D3 (Gold) des NBMB absolvierten fünf Aktive aus den Musikvereinen Forchheim-Buckenhofen, Langensendelbach (jeweils zwei) und Neunkirchen am Brand erfolgreich. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Aktivitäten, vom virtuellen Kreisorchester über einen Dirigenten-Workshop, der in Präsenz unter Corona-Auflagen in der Grundschule Heroldsbach durchgeführt wurde, bis hin zu einem virtuellen Stammtisch. Der Gemeinschaftschor zum Jubiläum des Musikvereins Igensdorf, geplant schon 2020 als Kreismusikfest, musste 2021 nicht nur pandemie-, sondern auch witterungsbedingt ausfallen. Dem begegneten die Musikfreunde aus dem Landkreis mit einem virtuellen Gemeinschaftschor, der im In-ternet bestaunt werden kann.

Dank der Förderungen durch den Landkreis Forchheim und die Zukunftsstiftung der Sparkasse Forchheim war es auch 2021 möglich, all dies zu finanzieren. So konnte in Sachen Finanzen eine positive Bilanz gezogen werden.

Bevor die Neuwahl des Kreisvorstands anstand, trat NBMB-Vizepräsident Thomas Kolb ans Pult, um drei Funktionäre für ihr langjähriges Engagement zu würdigen. Ferdinand Kemeth, seit zehn Jahren Internetbeauftragter, wurde mit der Verbandsehrennadel in Bronze geehrt. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Fridolin Hofmann führt sein Amt bereits seit 15 Jahren und erhielt dafür die Verbandsehrennadel in Silber.

Seit 30 Jahren gehört Claudia Heim der Kreisvorstandschaft an, anfangs in der Kreisbläserjugend, später als Kreisgeschäftsführerin und seit vier Jahren als Kreisvorsitzende. Dafür erhielt sie unter anhaltendem Applaus die Verdienstnadel in Gold.

Die Neuwahl brachte einige Veränderungen. Neuer Kreisgeschäftsführer ist Heiner Kredel (Buckenhofen), neuer Internetbeauftragter Tobias Grüner (Obertrubach) und neuer Beisitzer Alexander Krause ( Weilersbach ). Mit ihnen können Vorsitzende Claudia Heim und Stellvertreter Fridolin Hofmann, Schriftführerin Andrea Wieseckel sowie die weiteren Beisitzer Martin Hänsel und Thomas Müller in die nächsten drei Jahre gehen. red