Die Skilift-Gesellschaft Muggendorf ist im vorigen Jahr 50 Jahre alt geworden. Den runden Geburtstag konnte sie wegen Corona mit einem kleinen Hüttenabend jedoch erst heuer feiern.

Wie kam es zum Bau eines Skilifts und der darauf folgenden Gründung des Vereins? Skifahren war für die Muggendorfer schon immer ein beliebter Sport. Gerne fuhren sie im Schuss den sogenannten Steilhang am Schützenberg hinab, um am Ende abzuschwingen. Der Hang war landwirtschaftlich genutzt, und so führte die Abfahrt über Felder und Wiesen und zwischen Obstbäumen hindurch ins Tal.

Dann kam Mitte der 1960er Jahre die Flurbereinigung. Adolf Wunder, einer der Muggendorfer Skipioniere, war der örtliche Beauftragte. Eine Maßnahme war: Der Hang wurde im Rahmen der Sportförderung für eine Skiabfahrt planiert. Die Voraussetzungen für einen Skilift waren also geschaffen.

Vorsitzender Markus Pöhlmann blickt zurück: Am 17. August 1970 trafen sich im Gasthaus Walch 19 begeisterte Wintersportler, um den Kauf eines Skilifts zu beschließen. Man brauchte 17 000 Mark, die auch zusammenkamen, und so wurde der Lift der Marke „Borer Star“ gekauft.

Skilift-Gesellschaft wurde gegründet

Am 21. August folgte im Gasthof „Kohlmannsgarten“ die Gründung der Skilift-Gesellschaft. Zum Vorsitzenden wurde Paul Pöhlmann gewählt, der das Amt 40 Jahre lang bekleidete. An Silvester 1970 ging der Lift in Betrieb.

Wie der amtierende Vorsitzende Markus Pöhlmann berichtete, wurde darauf eine Skihütte gebaut. 2004 zog elektrischer Strom ein; der Dieselmotor wurde durch ein Elektroaggregat ersetzt. Pöhlmann dankte Jochen Distler, Rudolf Röder und Thomas Hübsch für die Installation. Nach einem Anbau folgte 2006/2007 ein Hüttenneubau. Die Hütte wurde danach auch im Sommer als „Grünes Klassenzimmer“ genutzt.

Der Vorsitzende dankte den Familien Seybert sowie Kobmann/Rackelmann, dass sie ihr Gelände für den Wintersport bis heute zur Verfügung stellen. Dritter Bürgermeister Günther Schürer lobte den Teamgeist der Muggendorfer Wintersportler, die sich auch durch mehrere schneelose Winter nicht entmutigen ließen. Im Gegenteil, der Verein zählt heute 80 Mitglieder. hl