Zum Bericht „Ungewöhnlich hohe Verbissschäden an den jungen Waldbäumchen“ vom 20. April:

In der Karwoche und an Weihnachten ruht die Jagd. Dieses ungeschriebene Gesetz lernt jeder Anwärter eines Jagdscheines. Deshalb liegt der christliche Jäger am Karsamstag morgens um 5 Uhr im Bett. Muttertiere von anderen zu unterscheiden, muss eine, unabhängig von der Vegetation, ganzjährige fachliche Voraussetzung für jeden Jäger sein, der über Leben oder Tod entscheidet. In einem Fernsehbericht vom 14. Januar erzählt Erich Daum, dass er nur einmal eine größere Jagdveranstaltung ansetzt, weil das Rehwild schließlich seine Ruhe braucht, um seinen Energiehaushalt zu senken. Ständiger Jagddruck bedeutet mehr Futteraufnahme/Verbiss. Die regelmäßig stattfindenden Bewegungsjagden ab September im „kleinen Kreis“ bleiben an der Stelle unerwähnt. Jetzt wird die im bayerischen Jagdgesetz verankerte Schonzeit für Rehwild durch ein Genehmigungsverfahren des Landratsamts Forchheim verkürzt, um den forstlichen Jagdbetrieb noch früher beginnen zu können. Mit waidgerechter, nachhaltiger Bejagung des Rehwildes hat das nichts mehr zu tun. Dieses Vorgehen gleicht eher einer Bekämpfung unserer heimischen Wildart, und der Profit steht wieder mal im Vordergrund.

Nun müssen noch mehr Rehe dran glauben, um die kleinen armen Waldbäumchen zu schützen. Der Verbiss von Pflanzen wird durch das staatliche Vegetationsgutachten erfasst, welches eine Gültigkeit von drei Jahren hat. Daraus resultiert der staatlich festgelegte Abschussplan für Rehwild. Hoher Verbiss heißt gleichermaßen hoher Abschuss. Dieses Jahr ist es wieder so weit, eine derartige Bestandsaufnahme durchzuführen. Man muss auch wissen, dass dieses Gutachten die bayerische Forstverwaltung erstellt. Die Vermutung liegt nahe, dass hier der Bock zum Gärtner gemacht wird. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das heurige Vegetationsgutachten extrem schlecht ausfallen würde. Lassen wir uns überraschen.

Lobenswert ist der Besuch von Landrat Hermann Ulm , der neben seinen eigentlichen Aufgaben noch Zeit findet, um sich fachlich zu informieren. Falls Sie Wildbret benötigen, unterstützen Sie bitte Ihre ortsansässigen Jäger. Zur bevorstehenden Grillsaison wünsche ich allerseits gutes Gelingen und einen guten Appetit.

Karl Sebrantke, Eggolsheim