„Gerät der Alltag durch eine Demenzerkrankung allmählich aus den Fugen, dann löst das Ängste bei den Betroffenen aus und belastet die ganze Familie“, sagt Ilse Foegelle von der Seniorenvertretung 55plus Ebermannstadt . Deshalb sei es auch wichtig, immer wieder über Demenz zu informieren.

„Wir haben den geschäftsführenden Oberarzt der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen zu einem Vortrag nach Ebermannstadt eingeladen“, erklärt Foegelle. Das ist Timo Oberstein, der über Demenz selbst, aber auch über Programme und das Versorgungsangebot des Klinikums Erlangen – hier gibt es zum Beispiel eine Video-Sprechstunde – informieren will. „Wir hoffen, dass am 13. September viele Zuhörer ins Pfarrzentrum kommen werden“, hofft Ilse Foegelle, denn es seien viele Menschen betroffen.

Nach Untersuchungen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft lebten Ende des Jahres 2021 in Deutschland fast 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Als Demenz wird ein Abbau und Verlust kognitiver Fähigkeiten bezeichnet. Die häufigste Form ist Alzheimer . Infolge des demografischen Wandels nimmt die Anzahl der Betroffenen weiter zu.

„Demenz ist nicht heilbar und stark altersabhängig“, erklärt Timo Oberstein. Etwa neun Prozent der über 65-Jährigen seien daran erkrankt. In einer Tabelle des Statistischen Bundesamtes ist zu sehen, dass die Erkrankungsrate für Menschen im Alter zwischen 65 und 69 bei 1,85 Prozent liegt, bei Menschen zwischen 80 und 84 bei 14,35 Prozent und bei über 90-Jährigen sogar bei 36,32 Prozent. Frauen sind eher betroffen als Männer. „Ganz selten sind familiäre Formen ab dem 30. Lebensjahr“, fügt Oberstein hinzu.

Somit sei der größte Risikofaktor das Altern, dem man aber nicht vorbeugen kann. Wenn man bei Angehörigen oder sich selbst Konzentrationsstörungen bemerkt, die zum Beispiel mit Depressionen einhergehen, wenn Unsicherheiten im Straßenverkehr oder Wortfindungsstörungen auftreten, dann lohne sich eine ärztliche Beratung, empfiehlt der Oberarzt , denn man könne Demenz schon vor dem Ausbruch diagnostizieren.

Neben den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren Alter und genetische Veranlagung könne man auf einige Aspekte aber durchaus einwirken. „Vaskuläre Risikofaktoren, also Risikofaktoren für Gefäßverengungen, sind auch Risikofaktoren für die Alzheimer-Demenz“, erklärt Oberstein. Das bedeute, dass man Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, erhöhte Blutzuckerwerte oder das Rauchen vermeiden solle. Körperliche Aktivität könne einem Ausbruch vorbeugen. Wichtig sei auch der Ernährungsstil. Timo Oberstein empfiehlt eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst oder Fisch. Auch sollte der Alkoholkonsum eingeschränkt werden.

Er empfiehlt auch ein Gehirn-Leistungs-Training. Man könne lesen, ein Instrument spielen, Kreuzworträtsel lösen oder an Gruppendiskussionen teilnehmen. „Wichtig ist die soziale Teilhabe. Man darf die Erkrankten nicht ausschließen“, so Oberstein. Er weist auch darauf hin, dass man jeden Fall individuell betrachten müsse und es unterschiedliche Krankheitsstadien gebe. Im Vortrag will er weiter auf die Themen eingehen und Fragen der Zuhörer beantworten.