„Kann man einer explodierenden Mine entkommen?“ „Verrotten Landminen ?“ „Sind Blindgänger ungefährlich?“ „Können und sollten Tiere als Minenräumer eingesetzt werden?“ Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Schüler der 8a und 9a des Gymnasiums Fränkische Schweiz.

Anlass war ein Workshop mit der NGO „handicap international“, der jeweils doppelstündig an zwei aufeinanderfolgenden Schultagen stattfand. Als Fachlehrerin Behlert die Veranstaltung buchte, war noch nicht abzusehen, dass das Thema überaus aktuell sein könnte, denn auch im Krieg zwischen der Ukraine und Russland kommen Landminen und Streubomben zum Einsatz. Anhand von entschärften Anti-Personen-Minen erläuterte Referentin Graf die verschiedenen Arten von Minen und deren Einsatzmöglichkeiten. Die nunmehr als Attrappen verwendbaren Springsplitter-, Tret- und Schmetterlingsminen stehen beispielhaft für über 300 Arten von Minen. „Es ist schon absurd, was Menschen sich überlegen, um andere Menschen zu schädigen“, resümierte sie.

Eine Aufgabe am ersten Tag war es auch, die in Bildern dargestellten Ablaufschritte einer Entminung in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dabei erfuhren die Schüler auch, dass die Herstellung einer Mine gerade einmal ab drei US-Dollar aufwärts kostet, dagegen stehen beeindruckende Kosten von 300 US-Dollar und mehr pro Mine, um diese zu räumen. Seit 1997 konnten bereits 55 Millionen gelagerte Minen zerstört werden, aber noch etwa 50 Millionen Minen müssten noch ent-schärft werden. Videofilme veranschaulichten die Folgen für die Opfer von Minenexplosionen. Allein 2020 gab es 7073 Verletzte durch Minen, das entspricht durchschnittlich 20 Verletzten täglich. Im Mittelpunkt am nächsten Tag stand das Thema „Bombardierung in bevölkerten Gebieten“. red