Sehr ausdrucksstark sind sie, die Gesichter der Krippenfiguren in der Kirchehrenbacher Pfarrkirche St. Bartholomäus. Schon seit über 80 Jahren erfreuen sie hier in ihren fränkischen Gewändern vor orientalischem Hintergrund Jung und Alt. Viele ihrer Kleider bekamen die Figuren von Anna Ramer, welche die Krippe 1941 von ihrem Onkel, Pfarrer Johann Wich, erhalten hatte.

Dieser war Pfarrer in Pettstadt und Zentbechhofen und verbrachte seinen Ruhestand ab circa 1930 in Kirchehrenbach . Aus dieser Zeit als Seelsorger hatte er diese beeindruckende Krippe mit nach Kirchehrenbach gebracht. Anna Wich stellte diese in der Pfarrkirche in Kirchehrenbach auf. Marianne Bail, geb. Kraus, half, gerade in die Schule gekommen, ihrer Patin Anna Wich bei der Aufstellung und Betreuung der Krippe. So ist Marianne Bail bereits seit fast 75 Jahren eng mit dieser besonderen Krippe verbunden.

Seit 1978 kümmert sie sich bis heute um Figuren und Gewänder , um die kleinen Details und den regelmäßigen Szenenwechsel. Beim Aufbau der Häuser und der Gestaltung des Hintergrunds wirkt seit einiger Zeit der Kirchehrenbacher Künstler Erich Müller mit. Seit nunmehr fast 20 Jahren wird Marianne Bail dabei von ihrem Sohn Johannes unterstützt, der inzwischen auch maßgeblich für die Gestaltung zuständig ist.

Die Herbergssuche bildet den Auftakt der dargestellten Szenen. Die Geburt des Kindes im Stall zu Bethlehem und der Besuch der Weisen aus dem Morgenlande bilden einen Höhepunkt der weihnachtlichen Darstellungen. Es folgen die Flucht nach Ägypten sowie der Kindermord zu Bethlehem. Den Abschluss der gezeigten Szenen bildet immer die aufwendige Darstellung der Hochzeit zu Kanaa.

Die Idee, das Weihnachtsgeschehen durch eine spielerische Inszenierung sinnbildlich vor Augen zu führen, gehe auf Franz von Assisi zurück, so Pfarrer Oliver Schütz. Er wollte den Menschen vor Augen führen, in welcher Armut und Schwachheit der Sohn Gottes in diese Welt kam. red