An den südlichen Talhängen des Luftkurortes Muggendorf stehen mehrere historische Linden-Baumreihen, die schon auf alten Katasterplänen von vor fast 200 Jahren eingezeichnet sind. Sie liegen vor allem an den Straßenzügen, Schmiedsberg, Klosterberg und Lindenberg und führen hinauf auf die Hochfläche. Vermutlich waren die Bäume aber zur Zeit der Katastererstellung bereits 100 Jahre alt, so dass heute von einem Alter von über 300 Jahren ausgegangen werden kann. Wegen ihres Alters weisen die Baumveteranen eine Vielzahl an Strukturen wie Mulmhöhlen, Totholz und Spechtlöchern auf. Sie werden deshalb von einer Vielzahl an Insekten, Vögeln und Fledermäusen bewohnt und sind naturschutzfachlich von sehr hohem Wert, so Andreas Niedling vom Landschaftspflegeverband Forchheim. Jetzt war eine Bewertungskommission, bestehend aus Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner, Bautruppführer Georg Knörlein, Andreas Niedling, der Biologin und Baumsachverständigen Stefanie Weigelmeier und zwei Baumpflegern unterwegs, um jede einzelne der 30 Linden zu beurteilen.

Die Biologin legt Wert darauf, dass an alten Linden typische und wertvolle Totholz nicht einfach abzusägen sondern nur dort, wo es Verkehr , Grundstücke und Gebäude gefährdet.

Die Arbeiten sollten gestern am oberen Lindenberg (Engelhardsberger Berg) beginnen. Die Abkürzung nach Muggendorf ist dann für mehrere Tage gesperrt. Ausweichen kann man über die Kreisstraße Muggendorf-Doos. Die Maßnahmen werden mit staatlichen Mitteln über die Regierung von Oberfranken gefördert. Den Eigenanteil teilen sich der Markt Wiesenttal und der Landschaftspflegeverband. Die Kosten sind auf 25 bis 30 000 Euro geschätzt. Der Eigenanteil des Marktes beträgt 5000 Euro.