Nach dreieinhalb Stunden ausgiebiger Diskussion vertagten die Hallerndorfer Gemeinderäte die letzten Punkte der Tagesordnung. Während den vorgelegten Bauanträgen schnell und einmütig zugestimmt wurde, beschäftigten sich die Räte ausführlich mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und den Anmerkungen der Bürger zum Vorentwurf des Hallerndorfer Flächennutzungs- und Landschaftsplanes.

Die Räte beschlossen nach dem Hinweis der Regierung von Oberfranken auf die Flächensparoffensive, dass es gerade für die geplante Baufläche für das betreute Wohnen in Willersdorf einen äußerst dringlichen Bedarf gebe, zumal bisher keine entsprechende Einrichtung im Gemeindegebiet vorhanden ist.

Die Untere Naturschutzbehörde empfahl der Kommune, sich mit dem Thema Erstaufforstungen im Gemeindegebiet zu befassen und ein kommunales Ökokonto zu erstellen. Da aktuell ein Ökokonto über das interkommunale Kompensationsmanagement in der Ile (Integrierte ländliche Entwicklung) Regnitz-Aisch erstellt wird, nahmen die Gemeinderäte den Hinweis nur zur Kenntnis.

Das Wasserwirtschaftamt in Kronach wies auf die Ermittlung der Überschwemmungsgebiete für ein Extremhochwasser hin. Das hat für Bauherren eine Warn- und Hinweisfunktion. Entlang der Gewässer ist beispielsweise ein Mindestabstand zur Böschung von fünf Metern erforderlich. Im Rahmen künftiger Bauleitplanung wollen die Gemeinderäte diese Ausführungen berücksichtigen, und von einem Fachbüro soll ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet werden.

Der Bauernverband wies darauf hin, dass künftige Wohn- und Gewerbeflächen den landwirtschaftlichen Betrieben nicht zu nahe rücken sollten, um deren Entwicklungsmöglichkeit nicht einzuschränken.

Weitere Stellungnahmen

Weiterhin nahmen einzelne Bürger Stellung zum künftigen Flächennutzungs- und Landschaftsplan. Bisher nur als landwirtschaftlich genutzte Flächen sollen ebenfalls in den Plan aufgenommen werden, so dass sie künftig bebaut werden können.

Zwar sind die Gemeinderäte mehrheitlich dafür, Lücken in der Bebauung zu schließen, wollen aber keine Präzedenzfälle an den Rändern der einzelnen Ortsteile schaffen. Für die Erschließung eines sogenannten Hinterliegergrundstücks sollen zudem die Eigentümer selbst aufkommen. „Der Gemeinde dürfen keine Kosten dadurch entstehen“, argumentierte Bürgermeister Gerhard Bauer.

Da die Gemeinderäte über jede dieser Stellungnahmen einzeln und ausführlich diskutierten, verschoben sie die konkrete Entscheidung und Abstimmung noch einmal. Schließlich wird der Flächennutzungsplan seit dem Jahr 2009 bearbeitet. Da komme es jetzt auf zwei Wochen auch nicht mehr an, meinte Bauer.

Das Landratsamt Forchheim will im kommenden Jahr mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt Schlammersdorf beginnen. Der Gemeinde wird empfohlen, die Leitungen in diesem Bereich zu prüfen, so dass eventuelle Sanierungen ausgeführt werden können. Im Isek (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) sind in diesem Rahmen mögliche Verbesserungsmaßnahmen für Gehwege und Umfeld bereits festgehalten.

Diese Vorschläge sollen von einem Ingenieurbüro geprüft werden, ebenso sollen dabei die Kosten geschätzt werden. Mit zwei Gegenstimmen votierten die Gemeinderäte für diesen Auftrag, so dass die Verwaltung ein geeignetes Büro finden und damit beauftragen kann.