Nach drei Jahren Zwangspause gab es in Kunreuth in einer Bürgerversammlung in Präsenz wieder Informationen aus erster Hand. Bürgermeister Ernst Strian freute sich über die Beteiligung und gab im Rathaus Kunreuth einen Rückblick über die vergangenen drei Jahre. Im Ausblick auf 2023 erläuterte er die laufenden Projekte sowie die anstehenden Vorhaben der Gemeinde mit seinen Ortsteilen.

Strian erinnerte in seinem Rückblick an die abgeschlossenen Projekte. So erfolgten die Anschaffungen eines Salzsilos für den Winterdienst und eines Bauhoftraktors sowie Rasenmähertraktors für die gemeindlichen Grünflächen. Ebenso wurde Personal für Kita und Bauhof eingestellt. Weiter wurde die Sanierung der Staatsstraße 2236 nach Regensberg abgeschlossen. Bei den örtlichen Feuerwehren wurde neue Schutzausrüstung angeschafft und verschiedene Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Im Fokus des neuen Jahres

Im Fokus des neuen Jahres stehen neben den Investitionen in die Wasserversorgung, die Überprüfung der Quellfassung und der Leitungsstrecke bis zum Wasserhaus, da hier eventuell eine Erneuerung ansteht. Für die Feuerwehr Kunreuth wird ein neuer Standort gesucht. Die FFW Ermreus benötigt eine neue Heizung sowie Fassadenrenovierung.

Sorgen bereiten Bürgermeister Strian die Innenentwicklung sowie das Ergebnis des Leerstandes in Kunreuth und Weingarts. In beiden Gemeindeteilen befinden sich über 17.500 Quadratmeter erschlossenes Bauland , das sich ausschließlich in privatem Besitz befindet. Diese Grundstücke stammen noch aus Erschließungsmaßnahmen der Jahre 1970/80. Dazu kommen Wohnobjekte mit rund zehn Wohneinheiten, die derzeit leer stehen, und weitere Wohnobjekten, wovon vier bereits saniert werden.

Keine Bereitschaft zum Verkauf

Nachdem etliche Anfragen nach Bauland vorliegen, gestaltet sich eine weitere Ausweisung von Baugrundstücken schwierig, da die Bezirksregierung von Oberfranken auf Innen- vor Außenentwicklung besteht. Eine abgeschlossene Befragung zur Bereitschaft, bebaubare und ungenutzte Grundstücke zu veräußern oder zu bebauen, sei negativ verlaufen, berichtete der Bürgermeister .

Der angestrebte Breitbandausbau mit dem Unternehmen UGG ist gescheitert. Die Telekom stimmt einem Ausbau nur für Kunreuth zu. „Somit fangen wir wieder bei Null an“, zeigte sich Strian frustriert. Die Suche nach einem verlässlichen Partner laufe, sagte er.

Im Anschluss hatten die Bürger das Wort. Eine Bürgerin fragte an, wann denn der Mehrgenerationenspielplatz gebaut wird. Denn beim bestehenden Spielplatz fehle ein Geländer, das dringend angebracht werden müsste, da die Gefahr bestünde, dass spielende Kinder auf die vorbeiführende Straße liefen. Dem stimmte der Bürgermeister zu und versprach, ein Geländer anbringen zu lassen. Für den Mehrgenerationenspielplatz sei noch kein passendes Grundstück gefunden worden, teilte Strian mit. Der Gemeinderat werde sich weiter damit befassen.

Wie es mit Flächen für Windkraftanlagen in der Gemeinde aussehe, wurde nachgefragt. In der Gemeinde seien drei Flächen dafür vorgesehen, berichtete der Bürgermeister . Ob diese geeignet seien, muss noch geklärt werden, da es ausgewiesene FFH-Flächen seien und die Abstandsflächen voraussichtlich nicht passen. Sollte die Mehrheit der Bürger weiter Interesse an Windkraftanlagen zeigen, werde man am Thema dranbleiben, sicherte der Bürgermeister zu.

Wege sind den Landwirten breit genug

Wie es mit dem Kernwegebau in der Gemeinde weitergehe, stellte sich für einen Bürger die Frage. Für den Ausbau der Wege müsste Land zugekauft werden. Die betroffenen Landwirte fänden die Breite der Wege für sich jedoch ausreichend. Dementsprechend bleiben sie, wie sie sind.