Die Gemeinde Kunreuth schiebt einen Investitionsstau vor sich her. Sie muss in den nächsten Jahren sehr viel in die Infrastruktur investieren – wohlgemerkt fast alles Pflichtaufgaben.

Noch ist die Gemeinde Kunreuth schuldenfrei. Dies kann sich aber schon bis zum Jahresende ändern, denn in der einstimmig beschlossenen Haushaltssatzung steht eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro . Zusätzlich sollen aus der Rücklage 650.000 Euro entnommen werden, die auf 68.800 Euro abschmelzen würde. Ob es jedoch so kommt, ist fraglich.

Es geht um 1,5 Millionen Euro

„Die Gemeinde wird heuer keine 1,5 Millionen Euro ausgeben, und wir brauchen auch keinen Kredit in dieser Höhe“, sagte Zweiter Bürgermeister Edwin Rank (CSU/Bürgerblock), dem Geschäftsführer Matthias Zeißner beipflichtete, weil „das Ganze heuer nicht mehr umzusetzen ist“.

„Es ist keine Position dabei, um zu sagen, das brauchen wir nicht“, resümierte Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie Kunreuth). Die Investitionen werden über Jahre gestreckt, stellte Bernd Wohlhöfer (Bürgerliste Ermreus) fest. Unbestritten für ihn, dass man das alle machen müsse, was im Plan stehe. Am wichtigsten für Wohlhöfer ist, dass in Weingarts das Thema Feuerwehrhaus in diesem Jahr abgeschlossen wird.

Dringender Handlungsbedarf besteht auch beim Schlepper des Bauhofs. Dieser musste in letzter Zeit schon dreimal repariert werden. Für einen neuen Schlepper, einen Dreiseitenkipper und ein Schneeräumschild stehen 150.000 Euro im Plan, für ein Salzsilo im Bauhof weitere 40.000 Euro .

Mehrgenrationenspielplatz

Für einen Mehrgenrationenspielplatz mit Toilettenanlage sind 120.000 Euro vorgesehen. Wohlhöfer ist zwar der Meinung, dass man so einen Spielplatz für Alt und Jung machen sollte, aber nicht dort, wo sich zwei Staatsstraßen treffen; lieber am Sportplatz. Außerdem riet er von einer Toilette (10.000 Euro ) am Spielplatz ab: „Denn wer kümmert sich dann darum?“

Strian sprach von einer Einzelmeinung, denn andere Bürger wollten den Spielplatz genau dort. Zudem gebe es dafür noch keine Detailplanung. Zweiter Schritt sei erst danach die Standortfindung, so der Rathauschef.

„Wir sollten noch irgendwo im Haushalt Defibrillatoren für jeden Ortsteil mit unterbringen“, lautete der Wunsch von Philipp Ochs (JB). „Wir hängen keine Defis irgendwo hin, wenn wie sie nicht im Betriebszustand gehalten können“, gab ihm Strian zurück. Denn so lange sich die Lieferkette für die Akkus nicht ändere, habe dies keinen Sinn. Für den Defi in Kunreuth warte man schon ein Dreivierteljahr auf eine neue Batterie.

Ein großer Posten sind die Feuerwehren mit über 500.000 Euro . Für Planungskosten einen Feuerwehrhausneubaues in Kunreuth stehen 120.000 Euro im Plan, für die Sanierung des Kindergartens 100.000 Euro , für den Hochwasserschutz, die Kanalsanierung und den Wasserleitungsbau in Weingarts insgesamt 480.000 Euro und als Kunreuther Beitrag in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) für das Regenüberlaufbecken in Gosberg 467.400 Euro .

Für Grunderwerb sind 500.000 Euro eingeplant, denn die Gemeinde hat keine eigenen Bauplätze mehr. Die Umrüstung der Ortsbeleuchtung auf LED kostet 92.700 Euro .