„Ende 2021 wird auch in Ebermannstadt die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung beendet sein“, sagt Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE). Das habe der Bau- und Umweltausschuss in seiner letzten Sitzung beschlossen. „Den von der Stadt beauftragten Landwirten ist wichtig, dass die Bürger wissen, dass der ausgebrachte Klärschlamm gemäß den gesetzlichen Bestimmungen beprobt und kontrolliert wird“, berichtet sie weiter und erzählt, dass die Landwirte von Leuten beschimpft worden waren: „Deshalb haben sie um eine öffentliche Klarstellung gebeten, dass die Grenzwerte unterschritten werden.“

Kosten der Landwirte steigen

In einem Schreiben an die Stadtverwaltung wiesen die Landwirte auch darauf hin, dass ihre Kosten für Kraftstoff, Maschinen und Ausbringung gestiegen seien. Sie seien nicht mehr bereit, für zehn Euro pro Kubikmeter Klärschlamm landwirtschaftlich auszubringen. „Deshalb hat der Ausschuss beschlossen, bis Ende des Jahres 13 Euro zu bezahlen“, so Meyer.

Die Entsorgung des Klärschlamms der Kläranlage Ebermannstadt erfolgt von Frühjahr bis Herbst durch landwirtschaftliche Ausbringung. Ebermannstadt gehört damit zu den wenigen Gemeinden, die das immer noch so handhaben. „ Die Bayerische Staatsregierung hat bereits beschlossen, dass das Ausbringen von Klärschlamm in der Landwirtschaft im Interesse eines nachhaltigen Verbraucherschutzes und aus Gründen des vorsorgenden Boden- und Gewässerschutzes langfristig beendet werden soll“, erklärt die Bürgermeisterin . Denn man könne mögliche Belastungen für die Böden schwer vorhersehen. In den Wintermonaten wird der Klärschlamm zunächst durch ein mobiles Entwässerungsunternehmen entwässert und anschließend zu einem Zementwerk zur Mitverbrennung transportiert.

Thermische Verwertung

„Die Zukunft der Klärschlammentsorgung liegt in der thermischen Verwertung“, meint Meyer. Auf diese Weise könne eine mögliche Belastung der Umwelt durch Medikamentenrückstände, Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel ausgeschlossen und eine Rückgewinnung des immer wichtiger werdenden Rohstoffes Phosphor erreicht werden. Voraussetzung für die thermische Verwertung sei die Schlammentwässerung. Deshalb soll eine stationäre Schlammentwässerung in Ebermannstadt errichtet werden. Der Bau- und Umweltausschuss sprach sich für dieses Vorgehen aus. Im Haushaltsjahr 2021 sind 75 000 Euro für die Planung einer Schlammentwässerung eingestellt und 800 000 Euro im Finanzplan 2022 für weitere Planungs- und Ausführungskosten. Die Stadt hofft auf Zuschüsse.

Außerdem befürwortete der Ausschuss den Austausch der Rechenanlage auf der Kläranlage Ebermannstadt . Kleinere Feststoffe und vor allem Faserstoffe wie Textilfasern, Haare, Papier und Kunststoffe können vom Rechen nicht mehr vollständig abgetrennt werden. Daraus entstanden bei der weiteren Abwasserreinigung auf der Kläranlage weitläufige Schäden. Im Haushalt 2021 sind Planungsmittel für die Erneuerung des Notlaufgerinnes und der Rechenanlage in Höhe von 30 000 Euro eingestellt. Im Finanzplan 2022 sind für weitere Planungs- und Ausführungskosten 490 000 Euro vorgesehen.