Um auf Nummer sicher zu gehen, wurde der Kalksteinbruch Bärnreuther-Deuerlein vor Jahren mit der sogenannten Standortkategorie A bewertet. Nun gaben neue Vorgaben Steinbruchbetreibern die Möglichkeit, diese neu bewerten zu lassen. Davon hat der Gräfenberger Steinbruch Bärnreuther- Deuerlein Gebrauch gemacht und sieht seinen Standort in der Kategorie C1 – mit der Folge, dass dort auch mit schadstoffenbelastetem Material gefüllt werden darf, etwa mit Bauschutt und Gleisschotter.

Eine Interessengemeinschaft hat sich gegründet, denn die Bürger sorgten sich um den Schutz des Grundwassers . Das Ergebnis des Wasserwirtschaftsamts Kronach wurde deshalb mit Spannung erwartet. Nun liegt das Ergebnis vor. „Der Antrag kann mit den vorliegenden Unterlagen nicht für den Standort C1 bestätigt werden“, sagt Matthias Trau, Abteilungsleiter vom WWA für den Landkreis Forchheim. „Es gilt der Besorgnisgrundsatz“, sagt Trau. Wenn nicht alle im Eckpunktepapier erforderlichen Punkte behandelt werden oder die Unterlagen nicht vollständig vorliegen, war der Antrag nicht genehmigungsfähig und somit kann die Kategorie C1 nicht erteilt werden.

Doch: „Nicht genehmigungsfähig heißt nicht, dass der Antrag nicht genehmigt wurde“, sagt Maximilian Sebald, Sachbearbeiter der Abteilung Umweltschutz am Landratsamt Forchheim. Der Antrag wurde nur so, wie die Unterlagen vorliegen, nicht genehmigt. Mit dem Antragssteller sei man derzeit im Gespräch.

Die Firma Bärnreuther- Deuerlein äußert sich nicht dazu. Grundsätzlich und allgemein nach dem Eckpunktepapier des Verfüllleitfadens gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Entweder die Firma lässt den Antrag fallen, die Firma ändert den Antrag, ergänzt diesen oder sie stellt einen neuen Antrag. Von der Entscheidung der Firma hängt das weitere Vorgehen ab. Für die Interessengemeinschaft Steinbruch (IGS) ist der derzeitige Stand noch kein Grund zum Jubeln. „Wir warten die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts ab. Genaueres können wir deshalb erst sagen, wenn klar ist, mit welcher Begründung die Entscheidung, den Antrag so nicht zuzulassen, getroffen wurde“, sagt Jochen Gundelfinger, Sprecher der IGS. Denn die Gründe könnten vielfältig sein. „Es kann eine Riesenbandbreite sein, die im Raum steht oder nur eine Kleinigkeit, die nachgebessert werden muss“, sagt Gundelfinger.

Damit der Steinbruch die höhere Standortbewertung und somit die höhere Verfüllkategorie einfüllen darf. Genau das, was die IGS nicht möchte.

„Wir nehmen die Mitteilung erst mal zur Kenntnis. Es ist noch kein Anlass, in Euphorie zu verfallen“, betont Gundelfinger. Jedenfalls findet es die ISG gut, dass der Antrag nicht einfach durchgewunken wurde. Sollte der Steinbruch Bärnreuther-Deuerlein den Antrag nicht fallen lassen, sondern nachbessern oder neu stellen, wird der Antrag auf jeden Fall wieder auf dem Tisch des Wasserwirtschaftsamts landen.