Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause fand im Saal der Verklärung Christi wieder der traditionelle Neujahrsempfang des Kreisverbands Forchheim des Deutschen Gewerkschaftsbundes ( DGB ) statt. Wie aus einer Pressemitteilung des DGB hervorgeht, referierte David Schmitt, Abteilungsleiter Sozial- und Arbeitsmarktpolitik des DGB Bayern , über die Bedeutung von Tarifverträgen – gerade in den aktuellen Krisenzeiten: „Die Tarifbindung ist ein Schlüssel zur Ausgestaltung der vor uns liegenden Zukunftsaufgaben.“

Zudem sprach er über das Thema Transformation. „Es gilt, den ökologischen und digitalen Wandel der Wirtschaft zu bewältigen sowie Lösungen für den Klimawandel zu finden. Diese Transformation wird die Industrie, die Verwaltungen, ja die gesamte Gesellschaft, tiefgreifend verändern. Es steht nichts weniger auf dem Spiel, als die Zukunft unserer Wirtschaft, die Zukunft unserer Arbeitsplätze. Wir als Gewerkschaften müssen und wir werden dafür sorgen, dass die Beschäftigten dabei nicht auf der Strecke bleiben“, sagte Schmitt.

Ein weiterer Punkt seiner Ansprache war die Qualifizierung von Fachkräften: „Wir alle wissen, wie sehr beim Thema der Qualifizierung noch das Matthäusprinzip gilt. Wer hat, dem wird gegeben. Wir Gewerkschaften brechen dies auf. Wir sorgen mit tarifvertraglichen Regelungen, aber auch mit Betriebs- und Dienstvereinbarungen dafür, dass alle Ansprüche auf Qualifizierung erhalten und so die Chance haben, in der sich wandelnden Arbeitswelt weiter einen sicheren Arbeitsplatz zu haben.“

Tarifsystem gegen Niedriglohn

Auch beim Thema soziale Sicherheit wurde der Vertreter des DGB deutlich: „Noch immer haben wir in Deutschland einen der größten Niedriglohnsektoren europaweit. Nur ein starkes Tarifsystem hilft gegen Niedriglohn und prekäre Beschäftigung. Um mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland zu erreichen, müssen möglichst viele Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden sein.“

Bereits seit längerem fordert der DGB ein Tariftreue- und Vergabegesetz auf Landesebene – ein Gesetz, das es mittlerweile nach Angaben des Gewerkschaftsbundes in allen Bundesländern außer Bayern gibt. Also ein Gesetz, das dafür sorgt, dass öffentliche Aufträge auch an soziale und ökologische Kriterien, wie beispielsweise Tarifbindung des Unternehmens, gebunden werden und nicht wie bisher nur an das wirtschaftlichste Angebot vergeben werden. Denn dies führe in der Praxis oft zu Lohndumping , so Schmitt. „Die Tarifbindung ist ein hohes Gut, das sowohl die Bundesregierung als auch das Land Bayern besser schützen müssen.“ red