Christoph Kramer ist nun einer von nur fünf Sachverständigen in seinem Gewerk, die es deutschlandweit gibt. Vor kurzem wurde er von HWK-Präsident Matthias Graßmann als Sachverständiger für das Holzblasinstrumentenmacher-Handwerk vereidigt. Die Entscheidung für seine Bewerbung hat er bewusst getroffen und sich im Vorfeld entsprechend qualifiziert.

„Gerade in unserem Handwerk braucht man sehr spezielle Kenntnisse, um Gutachten anfertigen zu können. Hier möchte ich die Qualität hoch halten“, sagt Christoph Kramer. Holzblasinstrumentenmacher stellen häufig sehr teure und sehr individuelle Instrumente her. „Da müssen Ausführung und Klang exakt passen, sonst kommt es zu Kundenbeschwerden“, bekräftigt Christoph Kramer.

Um zwischen Kunden und Handwerksbetrieb zu vermitteln beziehungsweise um ein qualifiziertes Gutachten zu erstellen, braucht es also einen Experten mit sehr detaillierten Fachkenntnissen. Ein „normaler“ Gutachter einer Versicherung sei hier oftmals überfordert .

In seinem Ein-Mann-Betrieb „Kramer Holzblasinstrumente“ in Forchheim arbeitet er individuell im Auftrag seiner Kunden und ist daher mit den mitunter vielfältigen und manchmal auch diffizilen Wünschen und Problemen der Klientel bestens vertraut. Erfahrungen, die für ihn als jetzt offiziell bestätigter Gutachter wichtig sind. „Unser Handwerk besetzt eine ganz spezielle und individuelle Nische“, sagt der 33-jährige. „In meine Werkstatt kommen sowohl Musikschüler, die am Beginn ihrer musikalischen Karriere stehen, ebenso wie Profimusiker, beispielsweise von den Bamberger oder Hofer Symphonikern.“

Für sie wartet und repariert er vor allem Querflöten und Saxophone . Dabei stehen bei ihm der Service und die persönliche Beratung absolut im Mittelpunkt. „Ich möchte ein Problemlöser für meine Kunden sein“, sagt er. Mit dem gleichen Selbstverständnis will er als Sachverständiger agieren und im Fall der Fälle zwischen den Parteien vermitteln.

Mit dem Herzen dabei

Die Begeisterung für sein Handwerk spürt man bei Christoph Kramer deutlich, wenn er davon erzählt, dass er auch ganz spezielle Kopfstücke für Querflöten baut, die er deutschlandweit – und neuerdings auch nach Holland und Italien – vertreibt. Mit viel Geduld, Konzentration und Fingerfertigkeit schneidet und poliert er seine individuellen Arbeiten aus verschiedenen Legierungen. „Gerade beim Bohren und Fräsen der Mundlochplatten kommt es auf den Zehntel- oder gar Hundertstelmillimeter an“, beschreibt Christoph Kramer die Herstellung . Jeder noch so kleine Handgriff verändert den Ton. red