Die Nachfrage nach Wohnraum in Kunreuth ist enorm gestiegen. Das verrät schon ein Blick auf die Internetseite der Gemeinde. Und ein Blick in die Flur zeigt erschlossene, aber nicht bebaute Grundstücke . Zudem gibt es Leerstände oder Gebäude, die in naher Zukunft leer stehen, jedoch wieder in Nutzung gebracht werden könnten.

Die Gemeinde möchte nicht, dass Grundstücke nur veräußert, sondern auch bebaut werden. Einzellösungen, wie früher immer praktiziert, dass Bauwerber ihre Grundstücke erschließen und bebauen, sind bei den zuständigen Behörden nicht unbedingt gewünscht. Erst soll das Vorhandene genutzt werden. Ein Leerstandsmanagement möchte Bürgermeister Ernst Strian (Demokratie) deshalb erstellen, um zunächst einen Überblick zu erhalten und von den Grundstückseigentümern auch zu erfahren, wie deren Pläne sind.

Bauland auf Zuruf?

Dieser Vorschlag wurde im Gemeinderat begrüßt. Die bislang übliche Praxis, Grundstücke auf Zuruf zu Bauland zu machen, sei für eine weitsichtige Baulandpolitik wenig förderlich, findet Zweiter Bürgermeister Edwin Rank (CSU/Bürgerblock).

Allerdings müsse man unbedingt die gewachsene Struktur einer Gemeinde sehen. Man sei auf dem Land und müsse die verwandtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigen. "Wenn junge Leute keinen Platz zum Bauen haben, ziehen sie weg", sagt Rank.

Ein weiterer Punkt sei die momentane wirtschaftliche Situation. Bei Baugrundstücken werde man wenig Erfolg haben, dass die Leute verkaufen, meinte Dritter Bürgermeister Bernd Wohlhöfer (Bürgerliste Ermreus). Den Bürgern könne und wolle die Gemeinde auch nicht vorschreiben, was mit ihrem Eigentum geschehe, aber sie könne motivieren. So könnte bei Verkaufsinteresse eine Art Kontakt zu Bauinteressenten hergestellt werden durch ein Schwarzes Brett auf der Gemeindeseite.

Das gelte auch für bestehende Gebäude. Manche würden gerne vermieten, hätten aber Angst, bei Eigenbedarf den Mieter nicht mehr aus dem Haus zu bringen, nannte Strian auf Anfrage ein Beispiel, wo die Gemeinde aufklärend helfen könnte. Ergebnisoffen betrachtet Strian die Sache, denn wer nicht mitmachen wolle, könne dazu nicht gezwungen werden. "Wenn wir das aber nicht probieren, erfahren wir es nicht", meint Strian.

Kontakt zu Eigentümern

Deshalb möchte die Gemeinde zunächst versuchen, mit den Eigentümern in Kontakt zu treten, und im Laufe des Jahres einen Überblick erhalten. "Einzellösungen zu schaffen, ist immer schwierig", sagt Strian. Denn auch die Entscheidungsbehörden würden wissen wollen, was mit den Leerständen passiert sei.