Am Dienstag wird Ilse Foegelle aus Ebermannstadt 85 Jahre alt. „Das sieht man ihr aber gar nicht an. Außerdem hat sie die Energie einer jungen Frau“, sagt Wolfgang Mehrer, der seiner Vorstandskollegin von der Ebermannstadter Seniorenvertretung „55 plus“ herzlich gratuliert. Weiter meint er: „Ohne sie wären wir aufgeschmissen. Sie organisiert und kümmert sich. Das ist super.“

Die Jubilarin wurde vor dem Zweiten Weltkrieg geboren und wohnte mit ihren Eltern in einem Vorort von Leipzig, in Engelsdorf. 1942 kam sie in die Schule. Als Zeitzeugin erzählte sie Schülern der Mittelschule Ebermannstadt von den Schrecken der damaligen Zeit: „Die Luftangriffe auf Leipzig waren so schlimm. Wir hatten schreckliche Angst und haben uns nachts unter der Autobahnbrücke versteckt.“

In der DDR

1950 wollte sie Modezeichnerin werden, doch in der damaligen DDR bot man ihr am Arbeitsamt nur eine Ausbildung zur Schlosserin oder Maurerin an. Sie hatte jedoch Glück und fand selbstständig eine Lehrstelle bei der Stadtbibliothek Leipzig.

„Da war alles so fein. Doch ich selbst hatte nur zwei Kleider“, erzählte sie den Schülern . Ihr früherer Chef war Kommunist. Sie durfte ihre Meinung nicht äußern, musste russisch lernen und entsprechende Literatur lesen.

Im Urlaub hier geblieben

Im Urlaub war sie mit Bruder und Eltern nach Schwabach gefahren. Die Familie beschloss, hier zu bleiben. Ilse Foegelle arbeitete zu dieser Zeit in einer Fabrik und musste mit ihrem Gehalt die Familie ernähren. Später machte sie jedoch Karriere in einem internationalen Unternehmen.

Sie hat eine Tochter und lebte viele Jahre in Heiligenstadt. Von Anfang an engagierte sie sich bei der Seniorenvertretung . Mittlerweile ist sie nach Ebermannstadt gezogen. Voller Elan setzt sie sich nach wie vor für die Belange älterer Menschen ein.